24.01.2020 - 14:04 Uhr
Deutschland & Welt

Gemeinsames Holocaustgedenken fordert wehrhafte Demokratie

Ilse Aigner (CSU). Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

Passau (dpa/lby) - 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges haben Bayern, Tschechien und Österreich erstmals gemeinsam der Opfer der Nationalsozialisten gedacht. „Mit dem Gedenken entreißt man die Toten dem Vergessen und stellt sich denen entgegen, die das Geschehene verleugnen wollen“, sagte Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Freitag in Passau. Das gemeinsame Gedenken sei angesichts der deutschen Verbrechen nicht selbstverständlich. Für die Deutschen sei es die „ureigene Pflicht, die Verantwortung zu übernehmen“.

Aigner forderte alle Demokraten auf, die Freiheit zu verteidigen: „Anfeindungen und Ausgrenzungen sind nicht nur Probleme einer betroffenen Gruppe“, betonte sie. „Hass ist digital schon grenzenlos und tobt auch analog immer häufiger und heftiger.“

Kein menschlicher Abgrund sei tiefer gewesen, als die massenhafte Vernichtung der Juden, sagte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller. „Wer daraus nicht lernen will, ist eine Gefahr für die Zukunft.“ Da die Zeugen der Zeit des grenzenlosen Mordens weniger würden, sei es um so mehr von zentraler Bedeutung, das historische Geschehen im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten.

In Passau befanden sich drei Außenlager des Konzentrationslagers im österreichischen Mauthausen bei Linz. Hier starben zwischen 1938 und 1945 mindestens 90 000 Menschen. Vor der Veranstaltung hatten die Delegationen aus den drei Ländern gemeinsam mit Überlebenden und Vertretern der Opfergruppen am Passauer Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz niedergelegt.

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