19.11.2019 - 07:58 Uhr
Deutschland & Welt

Großrazzia gegen illegale Geldtransfers ins Ausland

Um kriminell erworbenes Geld ins Ausland zu verschieben, sollen Straftäter heimliche Finanzwege genutzt haben. Bei einer Großrazzia suchen mehr als 850 Polizisten nach Beweisen. Es geht um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Polizeibeamte sichern kistenweise Beweise nach einer Durchsuchung in einem Geschäft. Foto: Christoph Reichwein/dpa
von Agentur DPAProfil

Düsseldorf (dpa) - Eine kriminelle Vereinigung soll am legalen Bankensystem vorbei Millionen Euro aus Deutschland in andere Länder geschickt haben.

Die Behörden haben 27 Beschuldigte zwischen 23 und 61 Jahren im Visier, die ein verbotenes „Hawala-Banking“ installiert und betrieben haben sollen. Bei einer Großrazzia in fünf Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin, Hessen und Baden-Württemberg) sowie den Niederlanden wurden am Dienstag 62 Objekte durchsucht.

Gegen sechs Beschuldigte lägen Haftbefehle vor, teilten das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit. In einigen Fällen wurden sie mit Hilfe von Spezialkräften vollstreckt.

Bei dem transferierten Geld handele es sich um mutmaßlich illegal erworbenes Vermögen. Woher es im Einzelnen stammt, wurde zunächst nicht bekannt. Das Geld sei unter anderem in die Türkei transferiert worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

„Süddeutsche Zeitung“, WDR und NDR hatten über die Razzia und deren Hintergründe berichtet. Laut Medienbericht sollen die illegalen Überweisungen ohne die nötige Banklizenz vor allem in die Türkei geflossen sein. Es gehe insgesamt um mehr als 200 Millionen Euro.

Die Durchsuchungsaktion mit mehr als 850 Polizisten und elf Staatsanwälten diene den Auffinden von Beweismitteln und der Sicherung von Vermögenswerten, hieß es in der Mitteilung. Geleitet wurde die Aktion wurde von einer vor knapp einem Jahr beim LKA NRW eingerichteten „Task Force“. Das Aufspüren illegaler Finanzstrukturen und die Sicherung illegal erlangter Vermögenswerte seien wesentliche Ziele dieses Ermittlerteams.

In Düsseldorf gingen das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen eine „international agierende kriminelle Vereinigung“ vor. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf sind gegen eine „international agierende kriminelle Vereinigung“ vorgegangen. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Polizisten durchsuchen die Räume eines Juweliers in Duisburg-Marxloh. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Die Beschuldigten sollen im großen Stil Bargeld aus Deutschland ins Ausland transferiert haben. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Bericht WDR

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