08.03.2019 - 22:42 Uhr
Deutschland & Welt

Kramp-Karrenbauer erklärt Karnevals-Debatte für beendet

Kramp-Karrenbauer wirft Rot-grün vor, aus ihren umstrittenen Karnevals-Äußerungen eine große Debatte zu machen.

Nürnberg (dpa) - Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Debatte über ihre umstrittenen Karnevals-Äußerungen zur Einführung von Toiletten für das dritte Geschlecht für beendet erklärt.

Die Diskussion habe gezeigt, dass die linke politische Seite nicht mehr in der Lage sei, die wirklichen Fragen in Deutschland zu thematisieren, sagte sie am Freitag beim politischen Fischessen im CSU-Heimatverband von CSU-Chef Markus Söder in Nürnberg.

„Glauben Sie, dass die Menschen uns gewählt haben, damit wir uns tagelang über nichts anderes unterhalten, wer welchen Witz an Karneval macht, wer welches Kostüm an Karneval trägt und wer was dazu sagt?“, fragte die CDU-Chefin. „Die Menschen haben uns gewählt, damit wir uns um die Fragen kümmern, die sie umtreiben und die unsere Zukunft angehen.“

Rot-grün halte sich derzeit „an allem Möglichen krampfhaft fest“ und versuche, daraus eine große Debatte zu machen. Das zeige auch die Debatte darüber, ob Kinder als Indianer oder als Scheich verkleidet Karneval feiern dürfen, nachdem diese Kostüme in einer Hamburger Kita für unerwünscht erklärt worden waren. „Ich sehe es als Aufgabe der CDU und der CSU an, eine Politik zu machen, die es Kindern ermöglicht, frei und unbeschwert aufwachsen zu können, dass sie eine Umgebung haben, in der sie Cowboy und Indianer spielen können“, erklärte Kramp-Karrenbauer.

Ministerpräsident und CSU-Chef Söder betonte, „Political Correctness kann man schon machen. Aber wenn man es so macht, dass man an dem, was Menschen empfinden, vorbeiredet, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn ein Teil der Bevölkerung diese Politik nicht mehr ernst nimmt.“ An Frau Kramp-Karrenbauer gewandt sagte er: „Ich glaube, da ist eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen uns beiden am Entstehen.“ Mit Blick auf den Flüchtlingszuzug 2015 ergänzte er: „Das, was 2015 passiert ist und die Zeit danach, das wollen wir beide auf keinen Fall wiederholen, wir wollen es besser machen.“

Es war die erste Rede einer CDU-Vorsitzenden beim politischen Fischessen der CSU in Nürnberg und einer der ersten Auftritte von Kramp-Karrenbauer gemeinsam mit Söder in Bayern.

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A. Schmigoner

Für den Leser stellt sich die Frage, ob AKK in der Lage ist, die wichtigten politischen Themen zu benennen und zu lösen. Das Problem ist, dass Frau Kramp-Karrenbauer keinen Witz gemacht hat, sondern das ausgesprochen hat, wie sie wirklich denkt. Sie hat ein stockkonservatives Weltbild. Sie schimpft über Berlin und wollte doch nichts lieber als nach Berlin. Wieso muss eine Frau, die in Kürze Kanzlerin werden will, unbedingt auf die Karnevalsbühne?

09.03.2019