10.08.2018 - 19:38 Uhr
Deutschland & Welt

Mehr Zahlungen für osteuropäische Kinder in Bayern

Ein Logo weist auf die Familienkasse in der Agentur für Arbeit hin. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Nürnberg (dpa/lby) - In Bayern ist die Zahl osteuropäischer Kinder stark gestiegen, für die die Familienkasse der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit Kindergeld überweist. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, bekamen Bulgaren und Rumänen im Dezember 2010 für rund 1800 Kinder Kindergeld, im Dezember vergangenen Jahres für rund 39 900 Kinder.

Die Zahl der Kinder aus dem oder im ehemaligen Jugoslawien - aus Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Kosovo, Mazedonien und Montenegro -, für die in Bayern Kindergeld gezahlt wurde, stieg von 53 000 auf 80 900. Die Zahl der deutschen Kinder sank von 1,914 auf 1,852 Millionen. Insgesamt überwies die Familienkasse im Dezember 2017 Kindergeld für rund 2,3 Millionen Kinder, 2010 waren es etwa 2,2 Millionen.

Die Zahl der ausländischen Kindergeldempfänger ist bundesweit stark gestiegen. Mehrere Oberbürgermeister beklagten eine zunehmende Migration in das deutsche Sozialsystem. Diskutiert wird über mehr Missbrauchskontrollen und die Senkung der Zahlungen für Kinder im Ausland, wenn die Lebenshaltungskosten am Wohnort niedriger sind.

Im fränkischen Fürth etwa hat sich die Zahl der Bulgaren und Rumänen laut Stadt in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Die der Kinder und Jugendlichen hat sich fast verdreifacht. „Wir haben das Gefühl, dass viele dieser Menschen nicht da sind, weil sie hier arbeiten und leben wollen, sondern dass es mehr um Kindergeld und Hartz-IV geht“, sagte Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD).

Natürlich treffe das nicht auf alle 3000 Rumänen und 1200 Bulgaren in Fürth zu. „Aber man darf nicht die Augen verschließen, dass es hier auch eine nennenswerte Zahl von Menschen mit Sinti- und Roma-Hintergrund gibt aus diesen Ländern, bei denen es wirklich nur um den Leistungsbezug geht.“

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