15.03.2019 - 09:21 Uhr
Deutschland & Welt

Mindestens 49 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland

Neuseeland ist geschockt: Bei einem Angriff auf zwei Moscheen sterben in der Stadt Christchurch mindestens 49 Menschen. Die Regierung spricht von Terrorismus. Der mutmaßliche Haupttäter wird festgenommen. Über sein Motiv wird gerätselt.

Angriff in Christchurch: Polizisten vor der Moschee im Ortsteil Linwood. Foto: Mark Baker/AP

Christchurch (dpa) - Bei einem Angriff auf zwei Moscheen in Neuseeland sind am Freitag mindestens 49 Menschen getötet und Dutzende weitere schwer verletzt worden.

Einige Zeit später fielen dann auch in einer anderen, etwa sechs Kilometer entfernten Moschee Schüsse, ebenfalls in Christchurch. Dabei gab es nach Angaben der Polizei mindestens sieben Tote. Ein Verletzter starb später im Krankenhaus. Die Polizei wollte sich nicht näher dazu äußern, ob es sich um denselben Attentäter handeln könnte. Der genaue Ablauf der Tat war auch nach Stunden noch nicht geklärt. 48 Menschen wurden mit Schusswunden in Krankenhäuser gebracht.

Der mutmaßliche Haupttäter wurde später von Beamten in seinem Auto gestoppt. Zwei weitere Verdächtige, die ebenfalls im Besitz von Schusswaffen waren, wurden festgenommen. Eine vierte Person kam wieder auf freien Fuß. Nach Polizeiangaben wurden an Autos auch Sprengsätze entdeckt. Zu den Hintergründen der Tat äußerte sich die Polizei bislang nicht.

Aus Angst vor weiteren Angriffen blieben Schulen und andere öffentliche Gebäude in der Stadt stundenlang verriegelt. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung - insbesondere an Muslime -, zu Hause zu bleiben. Erst am Abend entspannte sich die Lage wieder.

Viele Menschen in dem Pazifikstaat reagierten geschockt. Neuseelands Premierministerin Ardern sprach von einem der „dunkelsten Tage“ in der Geschichte des Landes. Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier sei. Er sprach von einem „rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen“. Als Konsequenz aus dem Terroranschlag wird das Waffenrecht verschärft. „Unsere Waffengesetze werden sich ändern“, versprach Ardern.

Die Stadt Christchurch hat mehr als 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: „Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.“

Die neuseeländische Polizei arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Verbreitung eines Videos vom mutmaßlichen Terror-Angriff in Christchurch zu verhindern. Ermittler forderten die Öffentlichkeit am auf, Links zu dem Video nicht im Internet zu teilen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern unterstützte den Aufruf der Behörden. Diesem „Akt der Gewalt“ dürfe kein Raum geboten werden. Das 17-minütige Video, wohl vom mutmaßlichen Attentäter selbst gefilmt, soll den Angriff auf die erste Moschee zeigen.

Facebook teilte mit, nach einem Hinweis der neuseeländischen Polizei das Profil des mutmaßlichen Attentäters sowohl auf Facebook als auch auf Instagram entfernt zu haben. Auch der Livestream sei entfernt worden. Der neuseeländische Rechtsprofessor Alexander Gillespie von der Universität von Waikato warnte, die Verbreitung des Videos könne Nachahmungstäter anstiften.

Die Polizei sichert Straßenzüge rund um den Tatort im Ortsteil Linwood. Foto: Mark Baker/AP
Ein Verletzter wird nach dem Angriff in einen Krankenwagen verladen. Foto: Martin Hunter/SNPA
Im Internet kursierte ein Video des Angfriffs, das offenbar vom mutmaßlichen Haupttäter stammt. Der Mann trug bei der brutalen Attacke eine Helmkamera. Foto: Tätervideo
Polizisten begleiten Zeugen des Angriffs. Foto: Mark Baker/AP
Spezialkräfte der Polizei sichern den Tatort. Foto: Martin Hunter/SNPA
Archivbild der Masjid-Al-Noor-Moschee in Christchurch. Foto: Martin Hunter/SNPA
Gläubige nach dem Angriff vor der Masjid Al Noor Moschee. Foto: Martin Hunter/SNPA

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