09.09.2020 - 11:39 Uhr
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Bündnis fordert Straßen nach NSU-Opfern zu benennen

Straßennamen sollen künftig an die drei Opfer des NSU in Nürnberg erinnern. Das fordert ein Bündnis. Heute vor 20 Jahren war Enver Şimşek an seinem Blumenstand in Nürnberg erschossen worden, er war das erste Opfer der Mordserie.

2018 hatten Unbekannte in Berlin das Straßenschild "Wörther Straße" mit dem Namen des NSU-Opfers Enver Şimşek überklebt. Der Mann starb durch acht Schüsse an seinem Blumenstand an einer Straße unweit von Nürnberg. Er war das erste Opfer der NSU-Terrorzelle. Jetzt fordert ein Bündnis, Straßen in Nürnberg nach den Opfern zu benennen.
von Agentur DPAProfil

20 Jahre nach dem ersten NSU-Mord in Nürnberg fordert ein breites Bündnis, eine Straße nach dem Opfer Enver Şimşek zu benennen. Die rechtsextreme Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ hatte Şimşek am 9. September 2000 an seinem Blumenstand in Nürnberg erschossen. Außerdem sollten zwei weitere Straßen und eine Schule in Erinnerung an die beiden anderen Nürnberger NSU-Opfer, den Änderungsschneider Abdurrahim Özudogru und den Imbissbetreiber Ismail Yasar, umbenannt werden, teilte das Bündnis mit.

Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend mit Oberbürgermeister Marcus König (CSU) und dem türkischen Generalkonsul Serdar Deniz erinnert die Stadt an die drei Ermordeten. Zu der Veranstaltung sollte auch der Sohn von Enver Şimşek, Abdul-Kerim Şimşek, kommen.

20 Jahre nach dem Mord an seinem Vater sieht er noch viele offene Fragen. „Aber ein zentraler Punkt ist: Wie wurde mein Vater ausgewählt“, sagte er in einem Interview mit den „Nürnberger Nachrichten“ und dem Bayerischen Rundfunk. In Nürnberg gebe es Mittäter, die seinen Vater und die anderen beiden Opfer ausgekundschaftet hätten. „Wir wissen: die gibt es, aber wo sie sind und was sie machen, wissen wir nicht.“

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