11.01.2019 - 14:18 Uhr
Deutschland & Welt

Polizei in Mittelfranken bald mit Pferden im Einsatz

Der Ausbau der Reiterstaffeln im Freistaat schreitet voran. Regierungschef Söder hält Polizeipferde für ein „sympathisches Mittel, um die Sicherheit zu erhöhen“. Aber nicht alle freuen sich über die berittenen Beamten.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, steht neben den Polizeireitern Robin Philipp mit Pferd Hermes und Stephanie Sendker mit Pferd Noris bei der Vorstellung der neuen Reitergruppe der mittelfränkischen Polizei.

Nürnberg (dpa/lby) - Die mittelfränkische Polizei ist künftig auch mit Pferden im Einsatz. Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) stellten am Freitag in Nürnberg die ersten Tiere der neuen Reitergruppe vor. Die berittenen Beamten sollen Streife reiten, etwa in Naherholungsgebieten, oder bei Großveranstaltungen eingesetzt werden.

„Pferde und berittene Polizei führen zu einem höheren Maß an Sicherheit“, sagte Söder. Sie ermöglichten einen besseren Überblick, und die „natürliche Autorität“ der Tiere schrecke ab. „Wir haben manchmal Angriffe auf Polizisten, wir hatten noch nie einen Angriff auf ein Polizeipferd.“ Söder bezeichnete Polizeipferde als ein „sympathisches Mittel“, um die Sicherheit zu erhöhen.

Die Nürnberger Reitergruppe soll binnen der nächsten drei Jahre zu einer Staffel mit 35 Pferden ausgebaut werden. Da der Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen der zweite große Ballungsraum in Bayern sei, sei es eine logische Entscheidung gewesen, dort eine Reiterstaffel einzurichten, sagte Herrmann.

Bayernweit will die Staatsregierung künftig 100 Polizeipferde einsetzen. Bislang gibt es im Freistaat Reiterstaffeln in München und Rosenheim mit insgesamt etwa 40 Tieren. Neben der neuen Staffel in Nürnberg ist ein Ausbau der Münchner Einheit auf 60 Pferde geplant.

Nach Angaben Söders soll der Ausbau der Reitertruppen nicht zulasten des Personalaufbaus bei der Polizei gehen. Wie viel die Einheiten den Freistaat kosten, konnte er am Freitag nicht exakt beziffern. Ein Pferd koste zwischen 10 000 und 20 000 Euro. „Es ist ein günstigeres, aber ein höheres Sicherheitsmittel als die normalen herkömmlichen Maßnahmen“, sagte der Regierungschef. „Jedes Pferd ist günstiger als ein Polizeiauto.“

Die Opposition kritisierte die Pläne. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann, sagte: „Das Bild von der Polizei auf dem hohen Ross passt nicht zu meinem Verständnis einer bürgernahen Polizei.“ Die Internetkriminalität, „eines der Hauptprobleme unserer Zeit“, lasse sich nicht vom Pferderücken aus bekämpfen. SPD-Fraktionschef Horst Arnold verwies auf die Personalnot bei der Polizei: „So sehr wir Pferde lieben: Wir wollen zunächst mehr Zweibeiner statt Vierbeiner für mehr Sicherheit auf Bayerns Straßen!“

Vor der Landtagswahl im vergangenen Oktober hatte Söder angekündigt, die bayerischen Reiterstaffeln auf 200 Pferde aufzustocken und auch Abteilungen in Regensburg, Ingolstadt und Würzburg einzurichten. Die Freien Wähler hatten diese Pläne stark kritisiert. Im Koalitionsvertrag einigten sich CSU und Freie Wähler auf 100 Polizeipferde für den Freistaat.

Mitteilung der Polizei Mittelfranken

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