01.04.2021 - 15:40 Uhr
Deutschland & Welt

Polizei rechnet mit arbeitsreichen Ostertagen

Volle Parks, Ausflugsverkehr und Protestaktionen: Während viele Menschen in Bayern übers Osterwochenende freie Tage genießen, stellt sich die Polizei auf arbeitsreiche Feiertage ein - und mahnt zur Rücksichtnahme.

Der Schriftzug „Polizei“ ist vor einem Polizeirevier zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
von Agentur DPAProfil

München (dpa/lby) - Angesichts überwiegend trockenen Wetters, vieler Demonstrationen und möglichem Ausflugsverkehr rechnet die Polizei in Bayern mit arbeitsreichen Feiertagen. Mehrere Präsidien kündigten verschärfte Kontrollen der Corona-Regeln an, die Polizei-Gewerkschaften im Freistaat rechnen mit einem „Stress-Wochenende“. Vor allem am Sonntag könnte es viele Menschen ins Freie ziehen. Mehrere Kommunen verschärften deshalb die Maskenpflicht.

Gute Bedingungen für Ausflüge dürften nach Angaben eines Sprechers des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besonders am Ostersonntag im Freistaat herrschen. Zwar seien die Höchsttemperaturen von voraussichtlich bis zu 14 Grad nicht mit denen der ersten Wochenhälfte vergleichbar, jedoch sei mit mehr Sonnenstunden als an Karfreitag und Samstag zu rechnen. 

In München stellt sich die Polizei am Osterwochenende nicht nur auf viele Erholungssuchende ein, sondern auch auf mehrere Demonstrationen. „Es wurde ab heute bis Montag einiges angemeldet“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. „Diese Versammlungen finden aber nicht immer so statt, wie sie angemeldet waren.“ Wie viele Beamten eingesetzt würden, sei daher erst kurzfristig absehbar. 

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Münchner Polizei nach eigenen Angaben ohnehin mit bis zu 200 Beamten mehr pro Tag im Einsatz. Sollte es an beliebten Erholungsorten wie dem Englischen Garten oder dem Isar-Ufer bei schönem Wetter wieder zu größeren Ansammlungen kommen, werde man gegebenenfalls mit Anzeigen arbeiten, sagte der Polizeisprecher. In den vergangenen Tagen habe dies überwiegend funktioniert: „Es ist schon auch mal zu einer Räumung gekommen. In der Regel leisten die Leute den Anweisungen aber Folge.“

Mehrere Gemeinden in Regionen mit hohen Inzidenzwerten reagierten mit einer Verschärfung der Maskenpflicht auf erwartete Menschenmengen im Freien. In Hof müssen Kinder von Karfreitag an auf Spielplätzen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, teilte die Stadt mit. Auch die Stadt Füssen (Landkreis Ostallgäu) weitet die Maskenpflicht vor Ort aus. Wegen des erwarteten Ausflügler-Andrangs gilt diese nun auch an der Uferstraße des Hopfensees.

Die Polizeipräsidien Oberbayern Süd und Schwaben Süd/West kündigten verstärkte Verkehrskontrollen am Alpenrand an, Ausflugsregionen wie die Rhön in Nordbayern oder das Gebiet Alpsee-Grünten im Allgäu rieten von langen Anreisen für Ausflüge ab. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte davor, schönes Osterwetter für Fahrten in beliebte Regionen zu nutzen. 

Im südlichen Oberbayern kommt am Sonntag zum erwarteten Ausflugsverkehr noch eine Motorrad-Demo. Wegen der Protestaktion gegen ein Wochenend-Fahrverbot für Biker wird die Bundesstraße 11 bei Kochel am See etwa eine halbe Stunde lang halbseitig gesperrt, wie das Landratsamt des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen mitteilte. Die Demonstration dürfe trotz Fahrverbots stattfinden, die Teilnehmerzahl sei auf 500 beschränkt worden.

Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Jürgen Köhnlein, sprach gegenüber dem Radiosender „B5 aktuell“ von einem „Stress-Wochenende“. Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Pytlik, mahnte vor allem Demonstranten zur Rücksichtnahme: „Gerade jetzt brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Solidarität im Kampf gegen den Virus.“

© dpa-infocom, dpa:210401-99-56225/3

Wetterbericht DWD

Stadt Hof zu Maskenpflicht

Landratsamt Bad-Tölz zu Motorrad-Demo

Corona-Regeln Füssen

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