17.07.2020 - 18:33 Uhr
PressathDeutschland & Welt

OnTour Teil V: Rund um den Rauhen Kulm

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Auf dieser Tour verliert niemand die Orientierung. Im Mittelpunkt steht der Rauhe Kulm. Der längst erloschene Vulkan mit der markanten Kegelform ist bei diesem Radausflug fast immer im Blick – auch ohne Navi weiß man, wo man ist.

Der Rauhe Kulm hinter Kloster Speinshart im Nebel.
von Ernst FrischholzProfil

Ein Sahnestück unter den OnTour-Touren ist diese Kulm-Runde. Wer denkt, der Westen des Landkreises Neustadt/WN ist nichts für Pedaleure, der wird beim Fahren dieser fünften Runde der OnTour-Reihe eines Besseren belehrt. Tolle Landschaft, gute und verkehrsarme Radlstrecken sowie geschichtsträchtige Orte machen diese Runde aus.

Rund um den Rauhen Kulm - Die Tour als Download (GPX)

Mittelpunkt und fast immer gut zu sehen ist der Rauhe Kulm, ein nie ausgebrochener Vulkan mit einem Aussichtstrum auf 683 Metern über Meereshöhe. Gestartet wird einige Kilometer östlich davon am Bahnhof in Pressath. Der liegt zwar etwas von der Stadtmitte entfernt, bietet dafür aber sehr gute Parkmöglichkeiten. Nach dem Start geht es vorbei am Friedhof, über den Bahnübergang und gleich danach links in die Parkanlage mit dem Kriegerdenkmal.

Wenn die Ortsstraße Richtung Eschenbach erreicht ist, geht es vorbei an einer Tankstelle und unter der Brücke der B 299 hindurch. Kurz danach aufpassen, um die Abzweigung nach rechts auf den Radweg in Richtung Zintlhammer nicht zu verpassen. Wenn dieser Pressather Ortsteil erreicht ist, geht auf einer ruhigen Genießerstrecke durchs Haidenaabtal in Richtung Trabitz. Mit dem Dorf Kastl erreicht man für kurze Zeit den Landkreis Tirschenreuth.

Unterwegs in der kleinsten Stadt der Oberpfalz.

Am Ortseingang rechts unter der Brücke geht es durch in den Ort. Erstes Ziel ist dort die alte Pfarrkirche St. Margareta. Der Weg weiter führt erstmal zurück unter der Brücke durch und dann gerade vorbei am Sportplatz nach Weha. Inzwischen ist der Kulm fast ein halbes Mal umrundet. Die nächsten fünf Kilometer geht’s teilweise durch den Wald auf Sand und der Kreisstraße NEW 15 am Bahnhof Kemnath-Neustadt vorbei Richtung Neustadt am Kulm (links abbiegen).

Kurz vor der Kulmstadt geht es aber nochmal nach rechts über Mockersdorf und weiter Richtung Tremau. Von hier führt der Weg nun endlich in die mit rund 1000 Einwohnern kleinste Stadt der Oberpfalz. Am Marktplatz weist dann schon ein Schild nach rechts in Richtung Barbaraberg. Die NEW 23 führt dann hinauf zum einstigen Sommersitz der Speinsharter Äbte. Die Aussicht dort ist wirklich bemerkenswert. Über Seitental geht es wieder hinab und nach vier Kilometern ist Speinshart mit dem berühmten Kloster erreicht.

Ein Stück USA mitten in der Oberpfalz

Nun führt der Radlweg nach Tremmersdorf und in der Ortsmitte rechts ab in Richtung Kirchenthumbach. Dieser Markt wird aber nie erreicht, denn schon am Ausflugslokal Holzmühle geht es nach link in Richtung Eschenbach. Den Weg in die frühere Kreisstadt führt entlang des Rußweihers, der sich für mehre Stopps anbietet. Vorbei am Sportgelände erreicht man schließlich die Stadtmitte.

Von hier beginnt dann der letzte Abschnitt der Tour. Vorbei an der US-Siedlung Netzaberg geht es nach Grafenwöhr. Die 500 Meter in die US-Siedlung hochzufahren, ist eine Alternative. Der Ort ist frei zugänglich und sieht tatsächlich nach einem Stück USA mitten in der Oberpfalz aus. Lediglich das Gemeindezentrum mit der großen, fast 20 Millionen Euro teuren Kirche und verschiedenen Schulen ist nur für Amerikaner zugänglich. In Grafenwöhr lohnt sich noch ein Schwenk in die historische Stadtmitte. Wer es eilig hat, fährt direkt über den Radweg an der B 299 zurück nach Pressath. Kurz vor dem Ziel kommt noch eine Eisdiele. Den Stopp dort hat man sich dann richtig verdient.

Ernsts Touren-Tipp: Vulkan, Kloster und Rußweiher sind die Höhepunkte dieser Tour

53 Kilometer, dazu rund 430 Höhenmeter – das sind die nüchternen Zahlen dieser Tour im westlichen Landkreis Neustadt/WN. Wer die bisherigen Strecken absolviert hat, der weiß: Das ist zu schaffen. Und die Runde eignet sich auch, wenn man gerne etwas länger fahren will. Denn zum einen lässt sie sich – etwa durch einen Abstecher über den Haidenaab-Radweg in Richtung Schwarzenbach leicht verlängern. Und zum anderen gibt es genug Möglichkeiten, einmal abzusteigen und sich etwas anzuschauen.

Da wäre zum Beispiel das Kloster Speinshart mit Gasthof, Kirche und Begegnungsstätte. In Grafenwöhr lädt das Heimat- und Militärmuseum ein, am Rußweiher ist es die Möglichkeit, Vögel zu beobachten oder ins Moorwasser des Sees zu springen. Als Geheimtipp sei der Barbaraberg empfohlen. Hier am höchsten Punkt der Runde bei 530 Metern über dem Meer bieten sich herrliche Aussichten auf den Rauhen Kulm, Kloster Speinshart oder auch zum Netzaberg. Diese am Reißbrett entworfene Siedlung für bis zu 5000 US-Soldaten kann man ebenfalls durchradeln. Auch das sollte man einmal gemacht haben.

Ohne Einkehr ist die Runde leicht in vier Stunden zu fahren. Je näher man dem Kulm kommt, desto bergiger wird es. Zwischen Eschenbach, Grafenwöhr und Pressath ist es dagegen völlig flach. Die Runde verläuft auf gut befahrbaren Straßen, etwa zehn Kilometer davon sind nicht asphaltiert. Noch ein Vorteil: Die Strecke ist durchweg gut ausgeschildert. Auf geht’s also.

OnTour IV: Traumhafte Radtour ab Amberg

Alle Teile der Serie finden Sie hier

Touren-Tipps :

Anfahrt

Mit dem Auto nutzt man ab Weiden (Ausfahrt West) die B 470 und fährt bei Schwarzenbach ab. Von hier geht es über die Kreisstraße ohne abbiegen nach Pressath. Am Ortsanfang links über den Bahnübergang zum Bahnhof. Hier gibt es dann genug Abstellmöglichkeit fürs Auto. Wer mit der Bahn anreist: Der Zug von Weiden nach Bayreuth hält stündlich in Pressath.

Info:

Touren-Höhepunkte

Vulkane, Klöster, alte Orte, viel Natur: Diese Runde hat viel zu bieten, hier kommt ein Auszug:

  • Neustadt am Kulm: Die Stadt bietet einen ungewöhnlichen Stadtplatz. Ein Abstecher zum Rauhen-Kulm-Gipfel kostet etwas Zeit, der Ausblick entschädigt aber. Auf halber Höhe gibt es beim Besucherzentrum eine E-Bike-Ladestation, eine weitere ist am Rathaus.
  • Barbaraberg: Der einstige Sommersitz der Speinsharter Äbte bietet herrlichen Rundblick. Auch die einst abgebrannte Kirche lohnt sich.
  • Speinshart: Kloster und historisches Dorf sind in der Region einmalig.
  • Rußweiher: Der See bei Eschenbach ist bekannt für Bootshäuser, Freibad und Hexenhäusl.
Info:

Touren-Einkehr

Auch für die Stärkung bietet die Tour eine Menge:

  • Kastl: Gasthaus Vetter direkt an der Radstrecke.
  • Speinshart: Klostergasthof mitten im Klosterhof. Hier gibt es auch eine E-Bike-Ladestation.
  • Eschenbach: Am Stadtplatz liegen einige Wirtschaften. Außerdem bieten sich am Rußweiher Hexenhäusel und Freibad-Restaurant für eine Pause am Wasser an. Das Rathaus am Stadtberg bietet eine E-Bike-Station.
  • Grafenwöhr: Zoiglstube „Zum Adler“ mit Biergarten am Stadtplatz. Daneben Gasthof zur Post. Bei Waldbad und Stadtmuseum E-Bike-Station.
  • Pressath: Eisdiele. Bei der Avia-Tankstelle und am Rathaus gibt es Ladestationen fürs E-Bike.

Die Serie
Täler, Hügel, Wald und Wiesen, dazwischen wenig befahrene Wege und Straßen. Ließe man einen Designer am Computer die ideale Landschaft zum Radfahren entwerfen, sie würde aussehen wie die Oberpfalz. In dieser Serie stellt Oberpfalz-Medien einige der schönsten Touren durch den Bezirk vor.

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