22.07.2021 - 00:39 Uhr
Deutschland & Welt

Prozess: Theaterchef soll Frauen missbraucht haben

Die Komödie im Bayerischen Hof in München hat sich der leichten Muse verschrieben. Laut Staatsanwaltschaft soll es dort aber zu schweren Straftaten gekommen sein.

Intendant Thomas Pekny. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

München (dpa) - Der Intendant der Komödie im Bayerischen Hof, Thomas Pekny, muss am heutigen Donnerstag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht München I erscheinen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sexuellen Missbrauch vor. Er soll mehrfach betrunkene Frauen nach dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters in München genommen zu haben. Dort soll er sich an den schlafenden Frauen vergangen und die Taten gefilmt haben. Angeklagt sind drei Fälle aus den Jahren 2015 und 2016.

Peknys Anwalt Florian Zenger wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern - ebenso wenig wie Pekny selbst. „Ich möchte das nicht kommentieren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Über sein Theater ließ er kurz darauf aber mitteilen: „Prof. Thomas Pekny, der Intendant der Komödie im Bayerischen Hof, stellt sich dem Verfahren.“

Das Theater stärkte seinem Chef den Rücken: „Die Komödie im Bayerischen Hof steht voll hinter ihm“, teilte die Komödie im Bayerischen Hof mit. „Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Nach Angaben eines Gerichtssprechers waren die Ermittlungen nach einer Anzeige im Jahr 2018 ins Rollen gekommen. Die Vorwürfe lauten auf sexuellen Übergriff, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und schweren sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen.

Die Komödie im Bayerischen Hof ist ein privates Theater, das nach Angaben auf der Theaterhomepage keinerlei Subventionen bekommt. Seit dem Tod der langjährigen Theaterleiterin Margit Bönisch im Jahr 2016 leitet Pekny die Bühne, auf der immer wieder auch sehr bekannte Fernsehstars stehen.

Das Theater listet Namen auf wie Hugo-Egon Balder, Uschi Glas, Günther Maria Halmer, Christiane Hörbiger, Heiner Lauterbach, Jutta Speidel oder Friedrich von Thun.

Die Komödie im Bayerischen Hof hat sich der leichten Muse verschrieben - und in Corona-Zeiten auch eine Outdoor-Spielstätte aufgebaut. Derzeit läuft am Theater: „Susi oder so - Kaiserin von Österreich. Der Musical-Spaß mit den Hits aus 40 Jahren Austro-Pop“.

Ein Rücktritt angesichts der Vorwürfe steht derzeit nicht im Raum, wie die „Abendzeitung“ berichtete. Sie zitiert das Theater so: „Prof. Pekny bleibt vorerst im Amt. Falls weitere Entscheidungen notwendig sein sollten, treffen wir sie nach dem Verfahren.“

© dpa-infocom, dpa:210721-99-467763/4

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