24.09.2021 - 01:08 Uhr
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Prozessbeginn: Rechtsanwalt soll Geld veruntreut haben

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
von Agentur DPAProfil

München (dpa) - Ein Münchner Rechtsanwalt soll 1,5 Millionen Euro von Kollegen ergaunert haben und muss sich dafür ab Freitag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Untreue und Betrugs angeklagt. Der 49-Jährige bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Den Strafverfolgern zufolge hat Oliver B. zwischen 2015 und seiner Verhaftung 2018 unter anderem für die Insolvenzverwalter verschiedener Unternehmen in Hessen, Bayern und Sachsen gearbeitet. Dabei habe er für die Insolvenzverwalter und für einen Prozessfinanzierer Zahlungen auf eigene Konten umgeleitet und große Summen für sich behalten.

Zudem soll der Angeklagte mit einer Kanzlei in Köln einen Factoringvertrag geschlossen und für sie Honorarrechnungen an Mandanten verschickt haben. In der Folge habe er nicht nur eingehende Zahlungen für sich selbst behalten, sondern auch fingierte Rechnungen eingereicht. Insgesamt sei seinen Mandanten, den Rechtsanwälten, ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstanden, dem Prozessfinanzierer ein Schaden von 28.000 Euro.

Der Angeklagte hat von November 2018 bis Februar 2019 in Untersuchungshaft gesessen. Im Ermittlungsverfahren hat er den Tatvorwurf laut Staatsanwaltschaft vollumfänglich bestritten. Gelder seien bisher nicht zurückerstattet worden. Sein Verteidiger Walter Rubach sagte auf Anfrage: „Derzeit geben wir keine Erklärung ab.“ Für den Prozess hat das Gericht 14 Verhandlungstage bis 30. November angesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210923-99-332710/3

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