Radfahrer verursachen immer mehr Unfälle: Radwege zu eng?

Auf Deutschlands Radwegen wird es mit steigender Beliebtheit von Fahrrad und E-Bike offensichtlich immer enger und gefährlicher.

Radfahrer fahren auf dem Radweg durch die Münchner Ludwigstraße. Foto: Frank Leonhardt/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

Die Zahl der von Radlern verursachten Unfälle ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wie die Unfallforscher der Allianz in einem Langzeitvergleich der Unfalldaten des Statistischen Bundesamts analysiert haben. Auffällig ist dabei vor allem, wie stark die Zahl der Kollisionen von Radfahrern untereinander zugenommen hat.

Demnach ist die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle insgesamt von 2011 bis 2018 um zehn Prozent gestiegen, von gut 19 100 auf knapp 21 100. Die Zahl der Unfälle mit zwei beteiligten Radlern jedoch hat um fast die Hälfte zugelegt: von 3837 auf 5648, ein Plus von 47 Prozent. „Ein Grund dafür dürfte sein, dass das vorhandene Radwegenetz dem veränderten Radverkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen ist“, sagte Unfallforscher Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik.

Radfahrer tauchen in der Unfallstatistik häufig als Opfer auf. So stieg im ersten Halbjahr die Zahl getöteter Radfahrer, im Gegensatz zum allgemeinen Trend sinkender Todesopferzahlen im Straßenverkehr. Wie die Analyse der Unfalldaten zeigt, sieht die Polizei bei knapp zwei Dritteln aller Radunfälle die Schuld bei den Radlern.

Demnach verunglückten 2018 über 96 000 Menschen in Deutschland auf Rädern. Fast 60 000 dieser Unfälle wurden laut Polizei durch „Fehlverhalten der Fahrzeugführer“ verursacht - wobei mit Fahrzeugführern in dieser Statistik die Radfahrer gemeint sind. Häufigste Unfallursache war mit einem Anteil von über einem Fünftel das Radeln auf der falschen Straßenseite.

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