22.06.2018 - 21:18 Uhr
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Eine Chronologie der Oberpfälzer Mord- und Bluttaten

Familientragödien, Morde und Bluttaten: Das geschah in den vergangenen 15 Jahren in der Oberpfalz.

Symbolbild.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Diese Taten erschütterten die Oberpfalz. Zwei Mädchen galten lange Zeit als vermisst, ein Amoklauf hielt die Oberpfalz in Atem, diverse Familiendramen nahmen ein tödliches Ende. Eine Chronologie.

  • 30. August 2017: Mord an einer Prostituierten in Regensburg: Ein 21-Jähriger aus Mali erwürgte in Regensburg eine Prostituierte. Er hatte die 33-Jährige überfallen und ausgeraubt, später wurde sie tot in ihrem Apartment gefunden. Er wurde am Freitag zu lebenslänglicher Haft verurteilt.
  • 31. Mai 2016: Mord in Maxhütte-Haidhof: Ein 46-Jähriger Mann schoss in Maxhütte-Haidhof (Kreis Schwandorf) dreimal auf seine 59-jährige Lebensgefährtin, der letzte Schuss war tödlich. Kurz nach der Tat erklärte er den Nachbarn: "Sie schläft jetzt." Der dem Alkohol verfallene Mann sei heimtückisch vorgegangen, befand das Amberger Schwurgericht. Das Urteil: Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes.
  • 21./22. Dezember 2014: Mord an Wernberger Unternehmer: Der 76-jährige Unternehmer Dieter Loew aus Wernberg-Köblitz wurde in seinem Haus Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Er war so schwer misshandelt worden, dass er vier Wochen später seinen Verletzungen erlag. Im März 2015 konzentrierten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf die getrennt lebende Ehefrau und deren Lebensgefährten. Die Ermittlungen dauern an.
  • 11. Februar 2014: Mann ersticht Ehefrau in Schnaittenbach: Die 38-jährige Heike K. wollte sich von ihrem Mann trennen, mit dem sie seit 2011 verheiratet gewesen war. In der gemeinsamen Wohnung in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) ist sie einer jähen Messerattacke zum Opfer gefallen. Der 47-Jährige Hermann K. stach 53 mal auf sie ein. Das Amberger Schwurgericht schickte ihn wegen Mordes lebenslang hinter Gitter.
  • 26. Mai 2012: Maria Baumer verschwindet spurlos: Die 26-Jährige Maria Baumer aus Muschenried (Kreis Schwandorf) verschwand im Mai 2012, im September des Folgejahres fand ein Pilzesammler ihre sterblichen Überreste in einem Wald im Kreis Regensburg. Ihre Todesumstände bleiben womöglich ungeklärt, wie die Staatsanwaltschaft Regensburg im Januar 2018 mitteilte. Auch das Verfahren gegen ihren damaligen Verlobten wurde eingestellt.
  • 16. April 2012: Vorgetäuschter Suizid in Pfreimd: Die 35-Jährige hatte ihren Mann, einen Pfreimder Fuhrunternehmer, tot im Keller gefunden - das behauptete sie zumindest. In Wirklichkeit erschoss sie ihn mit einem Schrotgewehr. Der Grund: Habgier. Bei einer Auflösung des Ehevertrages wäre sie leer ausgegangen - nicht aber beim Ableben ihres Gatten. Susanne R. muss dafür lebenslang hinter Gitter. Mit dem Schuldspruch wurde eines der aufwendigsten Verfahren in der Amberger Justizgeschichte abgeschlossen. Nie zuvor waren so viele einzelne Beweise erhoben und Blickwinkel ausgeleuchtet worden.
  • 25. Januar 2012: Mord mit der Armbrust: Der Rentner Wolfgang B. hatte einen Abendspaziergang auf der Weidener Konradshöhe gemacht - seine letzten Minuten. Florian K. soll zunächst mit der Armbrust auf sein Opfer geschossen und schließlich mehrmals mit einem Messer zugestochen haben. Zusammen mit seiner Freundin war der Täter auf der Flucht, zum Tatzeitpunkt war er mehr als 24 Stunden unentschuldigt aus seiner Kaserne in Regen verschwunden gewesen. Die Motivation für das Verbrechen: Habgier. Beide setzten sich nach Fuerteventura ab, wurden aber beim Rückflug am Flughafen von der spanischen Polizei verhaftet und nach Weiden überstellt. Der Mann ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden, seine Freundin bekam 13 Jahre und zwei Monate.
  • 24. Juni 2011: "Ortsrichter-Stüberl"-Wirt in Reuth ermordet: Ein Mord aus reiner Habgier: Viktor G. tötet den 67-Jährigen Gastwirt des des "Ortsrichterstüberls" in Reuth bei Erbendorf mit sieben Schlägen eines 1,4 Kilogramm schweren Fäustels. Der Täter raubte zwei Silberbarren, Bargeld und Korallenohrringe. Wie genau es zu der Bluttat kam, bleibt ungelöst. Der damals 34-Jährige wird zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.
  • 4 . November 2011: Stalker tötet junge Vohenstraußerin: Alexander S. tötete die 21-jährige Schülerin Stephanie Sch. aus Vohenstrauß mit vier Messerstichen in Oberschenkel und Hals. Wochenlang hatte sie der Mann zuvor mit SMS und Anrufen traktiert und war in der Nähe ihrer Wohnung umhergeschlichen. Der Mann wurde zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter ordneten seine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an.
  • 21. Mai 2010: Weidenerin erstickt ihren Sohn: Die 25-Jährige Angelina H. hat ihren acht Monate alten Sohn Gero umgebracht und ihn drei Tage auf der Wickelauflage ihrer Waschmaschine liegen lassen. Die Strafkammer verhängte lebenslange Haft für die Frau.
  • 11. Dezember 2008: Mann erschlägt Vater mit Axt-Stiel: In Gütenland (Kreis Schwandorf ) hat ein 22-Jähriger seinen Vater (59) mit dem Holzstiel einer Axt erschlagen. Reinhold R. überraschte seinen Sohn im Elternschlafzimmer beim Diebstahl seiner Geldbörse. Der Sohn schlug seinen Vater 18 mal mit dem Stiel der Axt. Danach trug er die Leiche seines Vaters in den Kofferraum dessen Autos und schließlich in das elterliche Fahrsilo. Roman R. muss dafür lebenslang hinter Gitter.
  • 22. Juli 2006: Brutaler Mord an Amberger Juwelierin: Die 93-jährige Schmuckhändlerin Katharina K. ist in der Amberger Innenstadt in ihrer Wohnung erschlagen worden. Zwei Rentner (68 und 67 Jahre) wurden wenige Tage nach dem Raubmord verhaftet. Es dauerte rund zwei Jahre bis das Mordurteil rechtskräftig war - Rudolf R., einer der Täter, erlebte dies nicht mehr. Er nahm sich 2008 in seiner Zelle das Leben. Von der Beute, Schmuck im Wert von 30.000 Euro, fehlt bis heute jede Spur.
  • 30. Oktober 2005: Amoklauf von Saltendorf: Der Hobby-Jäger Hans M. war mit einer Pistole in das Saltendorfer Gasthaus Schlosser (Kreis Schwandorf) gestürmt und feuerte auf Wirtsfamilie und Gäste. Er hatte sich im Dorf abgelehnt gefühlt und wollte sich auf diese Weise rächen. Der 67-jährige Andreas W. kam dabei ums Leben, acht Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Täter wurde wegen heimtückischen Mordes, sechsfachen versuchten Mordes und Körperverletzung verurteilt.
  • 16. August 2004: Alexandra S. mit 25 Messerstichen ermordet: Der 55-jährige Flossenbürger Karl S. stach 25 Mal in Herz und Bauch seiner Frau. Drei Stunden lang quälte er sie, bevor sie im Wintergarten ihres Hauses starb. Die Staatsanwaltschaft sprach von "Folter" und "Hinrichtung" und verurteilte ihn zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe.
  • 14. Mai 2004: Familientragödie in Grafenreuth: Mitten in der Nacht spielte sich ein Familiendrama am Hof der Familie in Grafenreuth (Kreis Neustadt/WN) ab. Mutter Ute und die beiden Söhne Tobias und Joachim liegen tot in ihren Betten. Ehemann und Vater Ernst M. hatte sie erschossen. Auch der 46-Jährige Landwirt liegt mit einer Kopfwunde im Bett, als die Rettungskräfte eintreffen. Er starb wenige Tage später im Krankenhaus. Der Landwirt hatte seine Familie offenbar aus Angst vor dem finanziellen Ruin ausgelöscht. Zu diesem Fazit kamen die Ermittler gut eineinhalb Wochen nach der Tragödie. Der "Wirner Hof" in Grafenreuth war schon 1946 der Schauplatz eines blutigen Geschehens: In der Nacht zum 12. Januar wurde Mathilde B. erschossen. Der Mord wurde nie aufgeklärt.
  • 12./13. Oktober 2003: Mord an Mareike G: Die 20-Jährige Mareike G. aus Waldmünchen (Kreis Cham) kam grausam zu Tode. Ein 31-Jähriger hat sie erwürgt. Er war in ihre Wohnung eingestiegen, um Unterwäsche zu stehlen. Als er im Flur auf die junge Frau stieß, kam es zu der tödlichen Auseinandersetzung. In einem Waldstück bei Sulzbach-Rosenberg hatte er die Leiche verscharrt, die Frau wurde daraufhin ein halbes Jahr lang als vermisst gemeldet. Die Strafkammer des Landgerichts Regensburg befand Stephan B. für schuldig des Mordes.

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Tobias Punzmann

Die größten Gefahren für Leib und Leben lauern also im direkten Umfeld. Aber halb Deutschland hat Angst vor Migranten. Warum eigentlich? Muss man nicht kapieren wie manche ticken, oder?

23.06.2018