15.06.2019 - 11:49 Uhr
Deutschland & Welt

Schauspieldirektor Gloger: „Theater muss sich öffnen“

Ein großer Teil der Nürnberger habe „migrantische Erfahrungen“, sagt der Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger. Doch das sehe man nicht, wenn man ins Theater gehe. Er meint: Das muss sich ändern.

Der Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg, Jan Philipp Gloger, aufgenommen im Schauspielhaus in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Nürnberg (dpa/lby) - Der Nürnberger Schauspieldirektor Jan Philipp Gloger vermisst Vielfalt beim Theaterpublikum. „Die Stadtgesellschaft wird sehr geprägt von den 40 Prozent der Einwohner mit migrantischen Erfahrungen, bei den Jugendlichen sind es ja sogar 60 Prozent. Das merkt man eben nicht, wenn man hier ins Theater geht. Leider!“, sagte er im Interview der „Nürnberger Nachrichten“ (Samstag). „Aber wir müssen uns auf dieses internationale Publikum zubewegen, weil wir sonst Gefahr laufen, unsere Zukunft zu verspielen.“

Gloger ist seit dem vergangenen Jahr Schauspieldirektor am Nürnberger Staatstheater. Vorher war er als freischaffender Regisseur tätig, inszenierte unter anderem den „Fliegenden Holländer“ bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen. Er sagt: „Das Theater muss sich öffnen.“

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) hält den Vorstoß für gut: „Ich begrüße es sehr, dass sich die Theaterhäuser noch stärker dafür einsetzen, ein bunt gemischtes Publikum anzusprechen, um noch mehr Menschen für die Bühnenkunst zu begeistern“, sagte er am Samstag in München. „Theater steht für mich für Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit“, fügte er hinzu. Glogers Überlegungen zeigten „den hohen Grad an Selbstreflexion, für die unsere Theater und Theaterschaffenden bekannt sind“.

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