15.03.2019 - 10:55 Uhr
Deutschland & Welt

Schwänzen wegen Demos: Welche Konsequenzen drohen Schülern?

„Fehlstunden verkraftet man - Kliamwandel eher nicht so“: Jugendliche demonstrieren in Elmshorn für mehr Einsatz gegen die Erderwärmung.

Berlin (dpa) - Seit Wochen gehen immer freitags deutschlandweit tausende Schüler auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

An diesem Freitag, einem weltweiten Aktionstag, sind knapp 200 Veranstaltungen geplant. Doch weil die Proteste zum Teil in der Schulzeit stattfinden, steht die „Fridays for Future“-Bewegung auch in der Kritik.

Wie mit den streikenden Schülern umgegangen wird, ist dabei von Schule zu Schule verschieden. „Immer wieder bekommen junge Menschen Schuleinträge oder manchmal auch einen Tadel oder eine Sechs“, sagt Luisa Neubauer, Mitinitiatorin der „Fridays for Future“-Demonstrationen der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bildungsminister der Länder verweisen in der Diskussion oft auf die Schulpflicht. „Eine Beurlaubung kommt nicht in Frage, weil mit der Teilnahme an einer Demonstration kein triftiger Grund vorliegt“, sagt zum Beispiel Birgit Hesse (SPD), Bildungsministerin in Mecklenburg-Vorpommern. Wer dennoch an dem „Schulstreik“ teilnimmt, müsse mit Konsequenzen rechnen. „Das bedeutet in diesem Fall ein Eintrag, dass sie unentschuldigt gefehlt haben.“

In Hessen bekamen die Schulleitungen vor dem globalen Protesttag am Freitag Post von der Schulaufsicht. In einem Brief wurden sie darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an einer Demonstration nicht das Fernbleiben vom Unterricht rechtfertige. Die Schulämter empfehlen stattdessen den Schulen, im Unterricht über Klimaschutz zu sprechen.

Auch in Rheinland-Pfalz seien die Schulen auf die Rechtslage hingewiesen worden, sagte auf Anfrage Hans Beckmann (SPD), Staatssekretär im Bildungsministerium. Allerdings müsse eine Entscheidung über mögliche Sanktionen in der Schule getroffen werden.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Hans-Peter Meidinger, hat eine solche Entscheidung getroffen. An seiner Schule in Deggendorf (Bayern) mussten die streikenden Schüler die verpassten Stunden nachholen. Außerdem sollten sie eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz organisieren und einen Informationsstand zum Thema aufbauen.

Viele Lehrer zeigen aber auch Verständnis. In Hessen fordert die Lehrer-Gewerkschaft GEW zum Beispiel, Schüler nicht zu sanktionieren. In der Schule geht es nach den Worten der Vorsitzenden Maike Wiedemann nicht nur darum, Mathematik, Rechtschreibung oder Fremdsprachen zu vermitteln. Stattdessen müssten junge Menschen auch an eine mündige Teilhabe an der Gesellschaft herangeführt werden.

Fridays for Future

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Kommentare

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Joachim Schmidt

Es war leider zu erwarten, dass der "Trend" aus Berlin und anders wo, der auch medial (auch durch Hype und ein kleines Mädchen "ich will eure Hoffnung nicht.... ihr sollt Panik/ Angst haben..." auch die Oberpfalz erreicht.

Die Grundfragen werden nicht mehr gestellt:
1. Ist der Klimawandel menschengemacht?
Nebenfragen:
2. Wie groß ist der Einfluss des CO2 auf das Klima?
3. War es wirklich noch nie so heiß wie heute?

Ich kann nur jedem raten, sich mit dem Gründungsauftrag des IPCC (nämlich dem Nachweis des (menschengemachten) Klimawandels) sowie dem in Vergessenheit geratenen "Climategate"-Skandal, wie auch den Warnung des IPCC in den 80er /90er Jahren zu befassen, die immer wieder korrigiert wurden und und zum größten Teil falsch lagen. Aktuelle Fakten, wie zum Beispiel, dass die NASA Daten jüngst 2018 eine Abkühlung statt Erwärmung aufzeigen, werden nicht tematisiert. Wir bürger sollen glauben und nicht hinterfragen.

Ich halte zwei Dinge für merkwürdig:
Wenn Fakten durch Emotionen ersetzt werden, was der Fall Greta zeigt, aber auch der Fall, dass in Großbritannien Frauen wegen der Klimakatastrophe keine Kinder mehr in diese Welt setzen wollen, dann ist vorsicht geboten.

Mit Angst lassen und liesen sich Menschen schon immer am besten Steuern. Jeder kann selbst in die Geschichte zurückblicken und betrachten wie nach 911 mit der Terrorgefahr Grundrechte in der Verfassung "umgepflügt" wurden / patriot act.

15.03.2019