Sorgen bei Oberpfälzer Teichwirten wegen Hitze

Der Super-Sommer hat einige Schattenseiten. Für viele Fische bieten die Gewässer zu wenig Sauerstoff. Oberpfälzer Teichwirte sind besorgt.

Eine tote Brasse liegt am Ufer
von Frank Werner Kontakt Profil

(we) Den Oberpfälzer Teichwirten bereitet die anhaltende Hitze große Sorge. "Fast jeder Betrieb meldet Schäden", berichtet Alexander Flierl am Mittwoch. Der CSU-Landtagsabgeordnete aus Schwandorf ist Vorsitzender der Oberpfälzer Teichgenossenschaft. Über das tatsächliche Ausmaß werde man erst beim Abfischen Ende September, Anfang Oktober Bescheid wissen, so Flierl.

Die Situation sei regional sehr unterschiedlich, meint der Vorsitzende. Karpfen seien auf jeden Fall weniger betroffen, weil sie weniger Sauerstoff benötigten. In der Genossenschaft werde geprüft, wie man den betroffenen Betrieben helfen könne. Die Teichwirte im Landkreis Tirschenreuth erwarten trotz der Trockenheit allerdings eine durchschnittliche Karpfenernte. Thomas Beer aus Mitterteich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fisch, wagt gegenüber den Bayerischen Rundfunk sogar die Prognose, dass die Ernte etwas überdurchschnittlich sein könnte. Die Karpfen hätten durch den warmen Mai bereits viel fressen können und seien im Frühjahr bereits gut gewachsen. Die starke Trockenheit setze den Fischen derzeit zwar zu, dennoch gebe es keine toten Fische.

Der Landesfischereiverband Bayern (LFV) teilt mit, dass in diesem Jahr in vielen Gewässern wie in der Vils bereits neue Höchsttemperaturen von bis zu 25 Grad gemessen wurden. Dadurch steige die Gefahr, dass Fische von schädlichen Parasiten befallen werden. Gleichzeitig gehe der verfügbare Sauerstoff im Wasser zurück, was das Leben vieler Fische bedrohe. Vor allem kälteliebenden Arten, wie Seeforellen, Äschen oder Huchen seien gefährdet.

"Die zahllosen Wehre und Wasserkraftwerke verschlimmern die Situation", beklagt LFV-Präsident Albert Göttle: "Ihre künstlichen Staubereiche verlangsamen die Fließgeschwindigkeit und so erwärmen sich die Gewässer stärker." Er fordert ein Frühwarnsystem nach österreichischem Vorbild. Dadurch könnten Kraftwerke schneller reagieren und wieder mehr Wasser in das ursprüngliche Flussbett leiten, wenn steigende Temperaturen gemessen werden.

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