14.01.2020 - 12:59 Uhr
Deutschland & Welt

Söder: Ministersuche braucht noch Zeit

Anfang Februar muss Markus Söder sein Kabinett umbauen - denn dann legt Hans Reichhart seinen Ministerposten nieder. Noch ist völlig offen, wie der Regierungschef seinen Ministerrat dann konkret umbaut.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Foto: Felix Hörhager/dpa/Archivbild
von Agentur DPAProfil

Seeon (dpa/lby) - Am Donnerstag will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den neuen bayerischen Bau- und Verkehrsminister benennen. „Ich werde am Donnerstag einen Vorschlag für die Nachfolge unterbreiten. Vorher bringt es nichts, mit mir zu spekulieren. Ich weiß es auch im Moment noch nicht endgültig“, sagte der CSU-Chef am Dienstag bei seiner Ankunft auf der Klausur der CSU-Landtagsfraktion im oberbayerischen Kloster Seeon.

Die Neubesetzung ist notwendig, weil der amtierende Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) zuvor erklärt hatte, am 1. Februar von seinem Amt zurücktreten zu wollen. Der 37-Jährige verlässt den Ministerrat auf eigenen Wunsch, weil er sich am 15. März bei der Kommunalwahl in seinem schwäbischen Heimatlandkreis Günzburg um den Posten des Landrats bewirbt. „Wer mich kennt, weiß, dass ich immer den geradlinigen und offenen Weg gehe“, sagte Reichhart. Deswegen wolle er sein Amt vor der heißen Wahlkampfphase abgeben.

Reichhart betonte, sein jetziges Amt mache ihm „total viel Spaß“. Der Entscheidung, in die Kommunalpolitik zu wechseln, sei ein „extrem schwieriger Abwägungsprozess“ vorausgegangen. Nun wolle er aber vor Ort den Landkreis, seine Heimat gestalten. Eine Rückkehr in die Landespolitik zu einem späteren Zeitpunkt schloss er zwar auf Nachfrage nicht grundsätzlich aus. „Man soll niemals nie sagen“, sagte Reichhart. Er betonte aber, er wolle sich jetzt erst einmal auf die Kommunalpolitik und den Landkreis Günzburg konzentrieren.

„Ich hab' ihn damals berufen, weil ich einen jungen und innovativen Minister aus Schwaben haben wollte“, betonte Söder. Reichhart habe seine Arbeit „sehr, sehr gut“ gemacht. Söder bedauerte, dass Reichhart sich nun für eine kommunale Aufgabe entschieden habe. Gleichwohl halte er die Entscheidung, deutlich vor der Wahl zurückzutreten „und damit ohne doppelten Boden und Netz zu agieren, nicht nur für anständig, sondern auch für zutiefst glaubwürdig“.

Reichharts Ernennung zum Verkehrsminister war nach der Landtagswahl 2018 eine der ganz großen Überraschungen in der Regierungsmannschaft von Ministerpräsident Söder gewesen. Reichhart galt zwar immer als großes Talent in der Partei, wegen des schlechten Abschneidens der CSU bei der Wahl hatte der frühere Chef der Jungen Union in Bayern aber den Wiedereinzug in den Landtag verpasst.

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