11.06.2019 - 17:45 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Explosive Mischung: Stahlwerk Festival vorm Hochofen

Musik vor der Kulisse des Hochofens und der alten Maxhütte in Rosenberg: Am 12., 13. und 14. Juli steigt das Stahlwerk-Festival mit drei Bands, die alle Geschmacksrichtungen abdecken.

Stahlzeit
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

„dicht & ergreifend“ mit Bayern-Rap, „Stahlzeit“ mit einer gigantischen Rammstein-Tribute-Show und schließlich die „Erste Allgemeine Verunsicherung“ auf Abschiedstournee. Präsentiert wird die Konzertbüro-Oberpfalz und Power-Concerts-Show auch von Oberpfalz-Medien.

Freitag, 12. Juli (19 Uhr): Stahlzeit

„Rammstein“ hat mit brachialem Sound, rauer Attitüde und dem Spiel mit dem Feuer ein weltweit einzigartiges Genre geschaffen. Die Shows sind explosive Inszenierungen und fulminante Gesamtkunstwerke. Während die künstlerische Dimension Rammsteins für viele ein unerreichbar beeindruckendes Schauspiel bleibt, leben und atmen „Stahlzeit“ im Takt dieses musikalischen Brachial-Herzschlags.

Eingebettet in ein Hitfeuerwerk aus Rammstein-Songs aller Schaffensphasen, erwacht eine Liveshow zum Leben, die dem Original in puncto Aufwand in nichts nachsteht, inklusive einer ebenso kompromisslosen wie spektakulären Pyro-Show. Mehrere Trucks und Nightliner rollen mit der gigantischen Produktion von „Stahlzeit“ durch die Lande. Über 80 Shows absolviert die Band jährlich europaweit. Ihr Sänger Heli Reißenweber besitzt in Sachen Aussehen, Stimme und Performance verblüffende Ähnlichkeit mit Till Lindemann.

Ein Mix aus Bühnenelementen verschiedener Rammstein-Tourneen rollt mit „Stahlzeit“ in die Städte: riesige Bühnenventilatoren, bewegliche Lichttraversen und Hebebühnen, dazu ein bombastischer Sound, der sich mit jedem Dezibel nach dem Ausmaß der charakterstarken Rammstein-Gigantomanie anfühlt.

Die Songauswahl wird stets aktualisiert, aber alle ganz großen Rammstein-Hits sind natürlich permanenter Bestandteil der Show. Schweiß, Feuer und diese einzigartige Brachial-Energie fahren den Besuchern während der rund zweieinhalbstündigen Show durch Mark und Bein.

Samstag, 13. Juli (20 Uhr): dicht & ergreifend

Bayern-Rap aus Berlin. Klingt komisch, ist aber logisch. Den wo gehen die Freigeister hin, denen es in der Provinz zu eng wird? In die Hauptstadt. So haben es auch die beiden Niederbayern George Urkwell und Lef Dutti von dicht & ergreifend gemacht. Aus der Ferne hat man plötzlich einen ganz anderen Blick auf daheim. Kein Wunder, dass sie angefangen haben, sich mit ihrem Dialekt, mit Tuba, Trompete und Zither auseinander zu setzen. Diese bayerischen Klänge haben die beiden Mundart-MCs mit ihrer eigentlichen Heimatmusik zusammengebracht: dem Hip-Hop.

Es muss jetzt nicht alles dem bayerischen Reinheitsgebot entsprechen. Letztendlich ist es „dicht & ergreifend“ wurscht, ob sie ganz klassisch ein Soulsample verbraten oder einen Volkstanz mit fetten Beats unterlegen: Beides hat seine Berechtigung, Hauptsache es groovt und bleibt im Ohr hängen.

Im Januar 2014 kam das erste Video „Zipfeschwinga“ heraus, gedreht auf dem Gäubodenfest in Straubing. Nur drei Monate später waren „dicht & ergreifend“ zum ersten Mal im Bayerischen Fernsehen bei „Z’am rocken“, dann Vorband von „LaBrassBanda“. Die Crowdfunding- Kampagne zu ihrem ersten Album „Dampf der Giganten“ wurde regelrecht überrannt. Sie spielte am Schluss fast doppelt so viel ein wie geplant.

Sonntag, 14. Juli (19.30 Uhr): Erste Allgemeine Verunsicherung

Die Erfolge der österreichischen Band sprechen für sich. Sie können auf eine Karriere mit weit über 1000 Konzert-Auftritten in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Liechtenstein und Tschechien, auf über 10 Millionen verkaufte Großtonträger, 20 Top-10-Alben in Österreich, Deutschland und der Schweiz und auf unzählige weitere Auszeichnungen zurückblicken. Mit ihren Single-Hits wie „Küss die Hand, schöne Frau”, „Ba-Ba-Banküberfall”, „Ding Dong”, „Samurai” und „An der Copacabana” mischten sie in den 80er und 90er Jahren die deutschsprachige Musikszene auf und feierten fulminante Erfolge. Oft überhört wurden die nachdenklichen und sozialkritischen Lieder wie „Burli”, „s‘Muaterl” oder „Eierkopf-Rudi”, die teils von Radiosendern boykottiert worden sind oder der Gruppe Anzeigen führender politischer Persönlichkeiten Österreichs einhandelten.

Dabei sind es genau jene sozial-kritischen Lieder, die noch heute an die Herkunft der Band erinnern. Denn 1977 wurde die Band rund um die beiden Kunststudenten Nino Holm und Thomas Spitzer einst als anarchistisches, linksliberales Musikrocktheater gegründet. 1979 tourten sie das erste Mal durch Deutschland und konnten dort kleine Achtungserfolge in der Clubszene feiern. Daheim kannte man sie noch nicht. Das änderte sich erst mit dem dritten Album und dem dritten Sänger und heutigem Erfolgsentertainer Klaus Eberhartinger, für dessen schnelles Mundwerk man den musikalischen Stil der Verunsicherung abwandelte. Mit „Alpenrap” und „Afrika” fiel der Startschuss der kommerziellen Karriere, in deren Verlauf sie einige Verkaufsrekorde in Österreich sprengten und schließlich 1990 den World Music Award verliehen bekamen.

1995 verließen drei der Gründungsmitglieder die Band. Der Kern der EAV, Frontmann Klaus Eberhartinger und Mastermind Thomas Spitzer, machten weiter und lenkten die EAV wieder zurück zu ihren Wurzeln. Die Texte wurden kritischer, die Musik rockiger. Bis heute tourten sie zu jedem neuen Nummer-1-Album und begeisterten hunderttausende Zuschauer pro Tournee.

2019 nimmt die „Verunsicherung“ nun Abschied von ihrem Bühnenleben. Was gut begann, soll würdig enden – dazu gehört auch, mehr als nur die schönsten Hits und Klassiker der „Verunsicherung“ zu präsentieren. Unterhaltsame und emotionale Rückblicke in alte Tage, aber auch einige neue Lieder aus der aktuellen Produktion.

Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0.

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