16.09.2019 - 12:21 Uhr
Deutschland & Welt

Mit Sushimesser Kehle durchgeschnitten: Haft gefordert

Versuchter Totschlag oder gar Mordversuch oder doch nur ein verhängnisvoller Unfall nach einem Streit? Blutig endete eine Auseinandersetzung in einem Asia-Restaurant in jedem Fall. In gut einer Woche will das Gericht sein Urteil verkünden.

Ein Schild mit der Aufschrift „Landgericht, Amtsgericht, Staatsanwaltschaft“ hängt an dem Justizgebäude in Regensburg. Foto: Armin Weigel/Archiv
von Agentur DPAProfil

Regensburg (dpa/lby) - Er soll seinem Opfer mit einem Sushimesser die Kehle durchgeschnitten haben - für den lebensbedrohlichen Angriff auf seinen Kontrahenten will die Anklagebehörde den mutmaßlichen Täter mehrere Jahre ins Gefängnis bringen. Die Staatsanwaltschaft beantragte am Montag vor dem Landgericht Regensburg eine siebenjährige Freiheitsstrafe für den Gastronomen wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Der Vertreter der Nebenklage forderte im Namen des Opfers eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus Heimtücke, stellte das Strafmaß aber ins Ermessen des Gerichts. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte nach Angaben des Gerichtssprechers auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Urteil soll am 25. September verkündet werden.

Laut Anklage hatte der 57 Jahre alte Betreiber des vietnamesischen Lokals am 6. Januar während einer Gesellschafterversammlung ein Messer aus der Küche geholt und seinem drei Jahre jüngeren Pächter die Kehle durchgeschnitten. Das Opfer verlor eineinhalb Liter Blut und musste notoperiert werden. Der Mann ist seit der Tat traumatisiert.

Nach der Version des mutmaßlichen Täters handelt es sich lediglich um einen Unfall. Er habe dem Kontrahenten das Messer nur an den Hals gehalten, um ihn zum Gehen zu bewegen, ließ er das Geschehen zu Prozessbeginn Anfang August von seinem Anwalt schildern. Dann habe sich das Opfer zu seiner Aktentasche nach vorne gebeugt, wodurch er erschrocken sei und den 54-Jährigen versehentlich geschnitten habe.

Vorausgegangen war offenbar ein Streit um die Umsatzbeteiligung und um Schwarzarbeiter-Vorwürfe. Angeklagter und Opfer sind vietnamesische Staatsangehörige. An der Gesellschafterversammlung außerhalb der Betriebszeiten hatten auch die Frau des Angeklagten und deren Sohn teilgenommen.

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