11.05.2018 - 22:42 Uhr
Deutschland & Welt

Angela Merkel am Katholikentag: Trump "verletzt Vertrauen"

Trump hat international viel Porzellan zerschlagen. Wenn Staaten einander nicht mehr trauen, kann es keine Abkommen mehr geben. Kanzlerin Merkel will das Atomabkommen mit dem Iran noch retten. Doch die Wirtschaft fürchtet bereits die neuen Sanktionen.

Kanzlerin Angela Merkel beim Katholikentag. Bild: Rolf Vennenbernd/dpa
von Agentur DPAProfil

Münster/Washington/Brüssel. US-Präsident Donald Trumps einseitige Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran hat nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Vertrauen in die Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft erschüttert. Wenn man international nicht mehr kooperiere, "dann macht eben jeder, worauf er Lust hat. Dann ist das eine schlechte Nachricht für die Welt", sagte Merkel am Freitag beim Katholikentag in Münster. Nun gehe es darum zu klären, inwieweit das Abkommen auch ohne die Wirtschaftsmacht Amerika "am Leben erhalten" werden könne.

Merkel sprach telefonisch mit Irans Präsident Hassan Ruhani und dem russischen Staatschef Wladimir Putin, um Möglichkeiten auszuloten, wie das Atomabkommen beibehalten werden kann. Merkel deutete am Katholikentag aber an, dass die Erfolgaussichten sehr gemischt sind. "Wir hoffen das, aber da spielen viele Dinge eine Rolle." Am Dienstag sollen in der Sache auch die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Brüssel mit der EU-Chefdiplomatin und dem iranischen Außenamtschef Dschawad Sarif zusammentreffen.

Die US-Sanktionen sollen nun rasch wieder eingeführt werden. Das Problem daran ist, dass mit den Sanktionen auch europäische Firmen, die im Iran tätig sind, bestraft werden könnten. Im Zweifelsfall sind den Unternehmen natürlich Geschäfte auf dem riesigen US-Markt wichtiger. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erteilte "voreiligen Vorschlägen" eine Absage.

Die US-Regierung verhängte bereits am Donnerstag erstmals neue Sanktionen gegen den Iran. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) soll damit die Geldversorgung der Revolutionsgarden unterbrochen werden, wie Finanzminister Steven Mnuchin erklärte. Mittelsmänner des iranischen Regimes und der Zentralbank hätten in den Vereinigten Arabischen Emiraten örtliche Währung im Wert von Millionen US-Dollar für die Revolutionsgarden gewechselt, fügte Mnuchin hinzu. Seite 4

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.