Chorische Nach(t)klänge

Ein besonderes Chor-Konzert erwartet die Musikfreunde im Rahmen der Reger-Tage am Dienstag, 1. Oktober um 21 Uhr in St. Josef: Das Ensemble „BachWerkVokal“ aus Salzburg singt Chormusik von Bach, Brahms, Reger und Schönberg.

Er studierte an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Seit 2014 ist er Diözesankantor für Salzburg und Tirol.
von Peter K. DonhauserProfil
2015 wurde das "BachWerkVokal" von Gordon Safari gegründet.

ONETZ: Herr Safari, wo verorten Sie die künstlerische Ausrichtung und den Anspruch des Ensembles?

Gordon Safari: Aus gegebenem Anlass antworte ich mit Max Reger: „BACH ist Anfang und Ende aller Musik“. Unser Name „BachWerkVokal“ definiert unseren Bezugspunkt. Der Anspruch an uns selbst ist professionell. Im Vordergrund steht immer das vitale, unmittelbare Musizieren. Nach Weiden kommen wir in einer Doppelquartettbesetzung, die beim barocken Repertoire von einer Continuogruppe begleitet wird.

ONETZ: Wie können Sie Ihr chorisches Klangideal charakterisieren? Wie entwickeln sie dieses? Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Ensembleleiter?

Gordon Safari: Mir geht es in der Probenarbeit immer darum, dass die Individualität der Stimmen klar erkennbar bleibt. In unseren oratorischen Programmen übernehmen die Sänger_innen auch alle solistischen Partien und Tuttisätze. Neben erdverbundener, handwerklicher Probenarbeit versuche ich immer mehr Probe als sensitives, musikalisches Erlebnis zu gestalten. Das motiviert ungeheuer und setzt einen ganz anderen Klang frei.

ONETZ: Sie nähern sich Bachs Chormusik – heute selbstverständlich – in kleiner Besetzung. Wie gehen Sie an seine polyphon geprägte Musik heran?

Gordon Safari: Ich nähere mich vokaler Musik des Barock zunächst über den Text und dessen Aussage. Textgehalt, seine Rhythmisierung, rhetorische Figuren, motivisch-thematische Arbeit, kontrapunktische Anlage, Harmonik, Takt-, Tonart und der damit verbundene Charakter, auffällige Klänge, sogar einzelne Töne - alles wird beobachtet. Ganz wichtig für mich: Niemals vorher eine Aufnahme hören!

ONETZ: Zu Brahms, Reger (op. 138) und dessen Großcousin Hans Koessler ist da schon ein großer Spagat. Welchen Chorklang werden wir bei Romantik erleben?

Gordon Safari: Ich finde eine kammermusikalische Sicht auf Brahms op. 22 und die Deutschen Volkslieder und auch Regers op. 138 als sehr berechtigt. Näherten sich doch beide als Kammermusiker der großen symphonischen Anlage. Auch deshalb, weil beide ausgewiesene „Bachianer“ waren. Natürlich reagiert das Ensemble sofort intuitiv mit einer anderen stimmlichen Klanglichkeit, wenn wir in die angereicherte Harmonik Regers eintauchen. Aber wir werden zu acht nicht forcieren und nicht versuchen einen 80 Personen starken Chor zu imitieren.

Das bei Kennern bekannte 4’33’’ von John Cage ist die Öffnung des Assoziationsraums, in dem sich alles treffen kann, aber nicht muss. Außerdem haben wir noch eine Überraschung für das Publikum im Gepäck: Eben ist unsere Debüt-CD „Cantate Domino“ bei MDG erschienen. Nach dem Konzert gibt es die brandneue Scheibe zu erwerben.

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