Weltwirtschaft wächst 2023 um 2,6 Prozent

17.03.2023 - 14:45 Uhr

Russlands Krieg gegen die Ukraine trübt die Aussichten für die weltweite Wirtschaft deutlich ein. Doch die Industriestaaten-Organisation OECD sieht auch positive Entwicklungen.

Der Containerhafen in Bremerhaven.

Die Industriestaatenorganisation OECD blickt verhalten auf die Entwicklung der Weltwirtschaft. Nach 3,2 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung dieses Jahr nur 2,6 Prozent wachsen und nächstes Jahr 2,9 Prozent.

Das sei unterhalb des langfristigen Wachstumstrends, teilte die OECD in Paris mit. Aber die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmern helle sich langsam auf, die Inflationsdruck lasse nach und China öffne sich wieder.

Inflation dürfte langsam zurückgehen

Die Inflation dürfte laut OECD im Verlauf des Jahres in den meisten G20-Staaten allmählich nachlassen und von 8,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 5,9 Prozent in diesem und 4,5 Prozent im nächsten Jahr zurückgehen. Die restriktivere Geldpolitik zeige allmählich Wirkung und die Energiepreise gingen nach dem milden Winter in Europa zurück.

Für Deutschland erwartet die OECD einen Rückgang der Teuerungsrate von 8,7 auf 6,7 Prozent in diesem Jahr und 3,1 Prozent im nächsten Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 0,3 Prozent steigen, nächstes Jahr soll die deutsche Wirtschaft dann 1,7 Prozent wachsen. Für den Euroraum erwartet die OECD dieses Jahr ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet und 2024 von 1,5 Prozent, wenn der Effekt der hohen Energiepreise nachlässt.

Ungewissheit durch den Ukraine-Krieg

Die OECD warnte aber auch: Die Konjunkturerholung zeichnet sich gerade erst ab. Es gebe noch deutliche Risiken für einen Abschwung. Zentral sei dabei die Ungewissheit über den Verlauf des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Welchen Effekt darüber hinaus die veränderte Geldpolitik habe, lasse sich nur schwer einschätzen. Es könnten weitere Risiken im Finanz- und Bankensektor auftreten, wodurch manche Staaten Schwierigkeiten bekommen könnten, ihre Schulden zu bedienen. Außerdem könnte der Druck auf die globalen Energiemärkte wieder wachsen und höhere Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher zur Folge haben. Die Geldpolitik müsse so lange restriktiv bleiben, bis es klare Anzeichen für eine geringere Inflation gebe.

Außerdem mahnte die OECD, dass steuerliche Maßnahmen sehr vorsichtig gehandhabt und gezielt auf die bedürftigsten Menschen ausgerichtet werden müssten. Nur so könnten hohe Preise für Lebensmittel und Energie abgefedert werden.

© dpa-infocom, dpa:230317-99-992850/3

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