Konfliktvermeidung führt langfristig zu schwachem Selbstvertrauen - Expertentipps
Von der Kunst des Neinsagens

Maria Stauber (rechts) riet den Eltern, erst einmal durchzuatmen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Denn langfristig könne sich ein Nein günstiger auswirken als ein Ja. Bild: weu
Lokales
Dieterskirchen
15.04.2013
8
0
Zu dem vielversprechenden Thema "Sag nicht ja, wenn du nein meinst", empfing Kindergartenleiterin Anette Zwack zahlreiche Eltern in der Grundschule. Der Vortrag war Teil einer Kooperation zwischen Kindergarten und Schule. Erzieherin Maria Stauber aus Straubing führte die Eltern in die Thematik ein, indem sie die Konsequenzen erarbeitete, die auf das Neinsagen und das Jasagen folgen.

Oft stimme man einer Entscheidung positiv zu, um keine Konflikte zu haben, um das Gefühl zu bekommen, gebraucht zu werden und Anerkennung zu erhalten. Wenn man Nein sage, entstünden kurzfristige Unsicherheit, Selbstzweifel und Schuldgefühle. "Man wird den Erwartungen nicht gerecht, es schleicht sich schlechtes Gewissen ein, die Harmonie ist gestört", fasste die Referentin zusammen.

Anders sehe es jedoch aus, wenn man die Konsequenzen von "Ja" oder "Nein" langfristig betrachte. Die Dauer-Jasager fühlten sich ausgenutzt, seien mit sich unzufrieden, weil sie sich wieder nicht durchgesetzt haben. Das Selbstvertrauen sinke bis hin zur Depression. Wer rechtzeitig Nein gesagt habe, fühle sich nach einiger Zeit stark, von den Anderen akzeptiert und respektiert. Daraus folgerte die Referentin, die als Elternkurstrainerin das Konzept "Starke Eltern - starke Kinder" lehrt: "Ich muss nicht alle Aufgaben, die an mich herangetragen werden, annehmen. Ich kann freundlich Nein sagen, wenn mir etwas zu viel wird."
Fünf konkrete "Tipps zur Kunst des Neinsagens" gab sie den interessierten Zuhörern mit auf den Weg. Bevor man sich für oder gegen eine Sache entscheide, solle man erst durchatmen und sich Zeit lassen. Eine gründliche Selbstanalyse bringe Klarheit, warum es einem schwerfällt, Nein zu sagen. Man solle sich davon lösen, beim Neinsagen Schuldgefühle zu entwickeln, auch die eigenen Bedürfnisse dürften einmal ganz oben stehen.

"Motivieren Sie sich zum Neinsagen, indem Sie sich den Nutzen klar machen und führen Sie sich vor Augen, welchen Preis Sie bei einem Ja bezahlen", empfahl die Mutter zweier erwachsener Kinder. Mit einem Frühlingsgruß bedankte sich Anette Zwack bei der kompetenten Referentin für den Vortrag.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.