02.07.2017 - 12:06 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

"Asteroid Day" in der Sternwarte stößt auf enormes Interesse Auf Spur der Asteroiden geheftet

Können Asteroiden und Kometen zur Gefahr für die Erde werden? Was kann man dagegen tun? Diesen Fragen ging Dr. Gero Rupprecht am internationalen "Asteroid Day" am 30. Juni nach. Sein Fachvortrag in der Turnhalle stand unter dem Thema "Asteroiden - klein, aber gemein".

Die Gäste des "Asteroid Days" nutzten zusätzlich die Gelegenheit, bei der Sternwarte mit den in großer Zahl vorhandenen Teleskopen die Sonne zu beobachten. Bilder: weu (2)
von Udo WeißProfil

Der Vorsitzende der Sternenfreunde, Johann Köppl freute sich über den Besuch des stellvertretenden Landrats, MdL Joachim Hanisch, und hieß Ehrenmitglied und Stiftungsvorsitzenden Dr. Heio Steffens sowie Bürgermeister Johann Graßl willkommen. In seinem Grußwort drückte Hanisch Freude und Stolz darüber aus, eine Sternwarte im Landkreis zu haben. Er hob auch die großartige Initiative und das Engagement der vielen Ehrenamtlichen hervor, die zum Bau der Sternwarte führten und sie mit Leben erfüllen.

"Herz der Sternwarte"

Johann Köppl ergänzte, dass bereits 47 Schulklassen und 9600 Personen die Volkssternwarte besucht haben. Bürgermeister Graßl bezeichnete die Sternwarte als "Leuchtturm für den ganzen Landkreis". Daneben gebe es in Dieterskirchen auch noch weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen, legte er den auswärtigen Gästen ans Herz. Nachdem er die Entstehungsgeschichte der Sternwarte Revue passieren ließ, dankte er den sehr engagierten Mitarbeitern: "Ihr seid das Herz der Sternwarte!"

Mit dem "Tunguska-Ereignis" am 30. Juni 1908 begann Dr. Rupprecht seinen Vortrag. Damals ist ein Himmelskörper in mehreren Kilometern Höhe explodiert und auf der Erde eingeschlagen. Eine riesige Druckwelle ist entstanden, durch die 30 Jahre später die Bäume noch flach in einer Richtung lagen. Zunächst wusste niemand von dem Ereignis in der abgelegenen Gegend Sibiriens. Nur die Druckwelle wurde festgestellt, ohne zu wissen, wodurch sie entstanden ist. Der Asteroid, der als Ursache ausgemacht wurde, musste etwas 30 bis 8o Zentimeter Durchmesser gehabt haben.

Auf dieses Ereignis geht der Asteroid Day, der am 30. Juni begangen wird, zurück. Ziel ist, das Bewusstsein für Gefahren aus dem Weltall zu schärfen. "Die Wahrscheinlichkeit für wirklich gefährliche Einschläge ist sehr gering", beruhigte der Experte. Dennoch versucht die Wissenschaft, das All weiter zu erforschen und Verfahren zu entwickeln, um eine mögliche Gefahr abzuwenden. Mehrere Hunderttausend kleiner Himmelskörper sind bekannt, es werden immer mehr. Aufgabe sei es, diejenigen herauszufinden, die der Erde nahe kommen können. Dazu gibt es Suchkampagnen wie "Spacewatch 2".

Die Erforschung der Planeten, die mit Nummern und Namen registriert werden, bringt viele Erkenntnisse. "Die Erdbahnkreuzer, die weniger als 5500 Kilometer von der Erde entfernt sind und etwa einen Meter Durchmesser haben, können uns verdammt nahe kommen", erläuterte der Fachmann. Dass Geschosse aus dem All gefährlich sein können, lässt sich am Dinosaurier-Sterben nachweisen. Durch den Staub der eingeschlagenen kleinen Planeten und den dadurch entstandenen Klimawandel verschwanden die Pflanzen und die Dinosaurier hatten keine Überlebenschancen mehr. Auch der Arizona-Krater vor 50 000 Jahren ging auf einen Einschlag zurück. In jüngerer Zeit hat der Meteor von Tscheljabinsk mit einem Durchmesser von 20 Metern, der in der Erdatmosphäre geplatzt ist, eine derartige Druckwelle entwickelt, dass Tausende Fensterscheiben eingedrückt wurden.

Faszinierende Objekte

Die Erforschung mittels Teleskop und Raumsonden dient aber auch dazu, Rohstoffe zu erkunden, um sie nutzen zu können. "Sind Asteroiden klein und gemein?" fragte Dr. Rupprecht. "Auf jeden Fall sind sie wissenschaftlich interessant und faszinierend!", lautete die Antwort. Anschließend stellten die Gäste noch viele Fragen an den Fachmann.

Die Wahrscheinlichkeit für wirklich gefährliche Einschläge ist sehr gering.Dr. Gero Rupprecht

Spontane Antwort bringt Erfolg

Eines Tages bekam Siegfried Rosskopf, der die Internet-Seite der Sternenfreunde Dieterskirchen betreut, eine E-Mail in englischer Sprache. Diese hat Dr. Gero Rupprecht an alle Sternwarten geschickt mit der Bitte, am "Asteroid Day" entsprechende Aktionen zu veranstalten und damit auf diesen besonderen Tag aufmerksam zu machen. "Wir machen mit, wenn Sie einen Vortrag halten", lautete die spontane Antwort von Johann Köppl, dem Vorsitzenden der "Sternenfreunde". Nach etwa 20 E-Mails, die hin- und hergingen und die mit Koordinatorin Vanessa Romanello von "NEOShield-2", dem offiziellen Partner des Asteroid Days Deutschland, geführt wurden, stand fest, dass der Wissenschaftler von der Europäischen Südsternwarte ESO in Garching nach Dieterskirchen kommt. (weu)

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