01.02.2018 - 16:26 Uhr
Dieterskirchen

Sternenfreunde wollen Mit Preisgeld Jugendliche für Astronomie begeistern Quiz lenkt Blick nach oben

Statt eines Weckrufs gibt es 1000 Euro: Mit diesem Preis will die Dr.-Brita-und-Heio-Steffens-Stiftung vor allem die Jugend für Astronomie begeistern. Bei Schülern aus Burglengenfeld hat das anscheinend geklappt. Ihre Entdeckungen möchten sie jetzt mit anderen teilen.

Auf Max Pretzl aus Gleiritsch ist der Funke der Begeisterung für Astronomie längst übergesprungen, er blickt regelmäßig durchs eigene Teleskop. Bei der Bilanz der "Sternenfreunde" fasste er für die Mitglieder den Entstehungsprozess der Erde in einem Vortrag zusammen. Archivbild: Bugl
von Udo WeißProfil

Beim zweiten Monatsstammtisch der "Sternenfreunde" in diesem Jahr gab es ein besonderes Ereignis. Als Gäste waren Schüler der zwölften Klassen des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums aus Burglengenfeld mit Oberstudiendirektorin Beate Panzer und Projektleiter Stefan Maurer dabei: Sie sind Sieger des von der Dr.-Brita-und-Heio-Steffens-Stiftung ausgelobten Preises von 1000 Euro für herausragende Leistungen in Astronomie.

Stiftungsvorstand Heio Steffens drückte seine Freude über den Wettbewerb aus, der alljährlich für Publikationen, Facharbeiten und Arbeiten im Bereich der Astronomie, einer der ältesten Wissenschaften, ausgeschrieben ist. "Wir wollen das Interesse der Jugendlichen für Astronomie noch mehr wecken", hob der Stiftungsgründer hervor, der sich auch durch den Bau der Volkssternwarte als großer Sponsor gezeigt hat. Die Gymnasiasten hatten in eineinhalb Jahren im P-Seminar einen Planetenweg geplant, der auf einem Fuß- und Radweg von Burglengenfeld bis Saltendorf führt. Entlang des Weges sind Tafeln aufgestellt mit Infos zu den jeweiligen Planeten. Mit einem Quiz will man besonders Familien mit Kindern ansprechen.

Projektleiter Maurer lobte die Arbeit der Schüler. "Wir wollten damit Astronomie begreifbar machen und einen Einstieg in dieses interessante Thema bieten", nannte er als Ziel des Projekts. Der Vorsitzende der "Sternenfreunde", Johann Köppl, gratulierte den Gymnasiasten zu diesem Preis und richtete zugleich seine Werbung an sie, in der Sternwarte mitzuarbeiten. Mit einigen Vereinsnachrichten der 188 Mitglieder zählenden "Sternenfreunde" leiteten Köppl und sein Stellvertreter David Janousch zum Referat von Max Pretzl über. Der Schüler der zehnten Klasse des Ortenburg-Gymnasiums Oberviechtach, der aus Gleiritsch stammt, befasste sich mit dem Thema "Entstehung der Erde - vom Urknall bis heute". In Bildern ging er auf die Verteilung der Materie im All ein, die Entstehung von Wasserstoff als erstem Element, die ersten Sternenansammlungen und die Entstehung der Sonne. Während die inneren Planeten (von Merkur bis Mars) aus Gestein und schweren Elementen in geringem Abstand zur Sonne entstanden sind, haben sich die äußeren Planeten (Jupiter bis Neptun) aus den übrigen Gasen und leichten Elementen gebildet.

Mit innerem und äußerem Kern, Erdmantel und Erdkruste erklärte der junge, von Astronomie begeisterte Referent den Aufbau der Erde, des "blauen Planeten". Mit den überall gegenwärtigen Gefahren für die Erde schloss er seine Ausführungen. Sowohl kosmische Gefahren (Asteroiden, Sonneneruptionen und Supernovae) als auch terrestrische (Nuklearwaffen, Naturgewalten wie Erdbeben und Vulkanausbrüche sowie Treibhauseffekt durch Umweltverschmutzung) könnten die Erde gewaltig beeinträchtigen oder zerstören. Treffend fand er deshalb die Worte von Schriftsteller und Sozialphilosoph John Ruskin, der schon im 19. Jahrhundert feststellte: "Die Erde ist zwar keine Glaskugel, aber ebenso zerbrechlich."

Die Erde ist zwar keine Glaskugel, aber ebenso zerbrechlich.Max Pretzl in Anlehnung an John Ruskin

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