17.10.2017 - 20:06 Uhr
DonaustaufOberpfalz

175 Jahre Walhalla Akropolis an der Donau

"Klenzes schönster Entwurf, an einem der schönsten Orte, die wir in Bayern haben, dem schönsten Land der Welt!" Mit dieser Reihe an Superlativen begrüßte Markus Söder die Gäste des Festakts anlässlich des 175. Geburtstages der Walhalla.

Die Walhalla in Donaustauf wurde vor 175 Jahren eröffnet. Sie enthält Büsten besonderer Persönlichkeiten. Bild: Armin Weigel/dpa
von Thomas HossfeldProfil

250 Besucher waren in den "Ruhmestempel aller Teutschen" gekommen, um dessen Jubiläum würdig zu begehen. Finanz- und Heimatminister Markus Söder erinnerte an die politischen Umstände, die zum Bau der Walhalla geführt hatten. In einer Zeit, die als Vormärz Eingang in die Geschichtsbücher gefunden hat und die ein Signal der nationalen Einheit unbedingt erforderlich gemacht hatte.

"Hier wurde deutsches Bewusstsein geschaffen", sagte Söder. Der Gedanke an eine geeinte Nation sei hier geboren worden, für eine gemeinsame Sprache, Identität und Kultur. Heute sei die Walhalla ein "fester Bestandteil der Identität von ganz Bayern" und das Symbol bayerischer Staatlichkeit schlechthin. Seiner Lobeshymne ließ Söder, Schirmherr der Feierlichkeiten, die am kommenden Samstag um 21 Uhr in einem großen Feuerwerk gipfeln werden, ein paar Hinweise auf Veränderungen folgen:

Der Tempel ist Anfang 2016 in die Zuständigkeit des Heimat- und Finanzministers übergegangen und wird nun von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung betreut. Rechtzeitig zu den Feierlichkeiten sei der neue Führer mit rund 200 Seiten fertig geworden, der Geschichte und Bedeutung der Walhalla würdigt. Söder kündigte eine App zur Walhalla an und teilte mit, dass Ende Oktober ein Imbiss-und Souvenirstand eröffnet werde.

"Alle Deutschen sollen fühlen, dass sie ein gemeinsames Vaterland haben", zitierte Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler den geistigen Vater des Tempels, König Ludwig I. Deshalb fänden sich auch zwölf Prozent Frauen unter den 130 Büsten verdienter deutschsprachiger Figuren der Geschichte. Eine für damalige Zeit erstaunlich hohe Quote.

Zu Beginn des Festaktes war Söder von einer Abordnung des Königlich Bayerischen 2. Cheveaulegers Regiments (allerdings ohne cheveaux) mit einer Salve von Salutschüssen begrüßt worden, wobei die Donaustaufer Ortsvereine mit Fahnenabordnungen Spalier standen.

Die Walhalla

Die Ruhmeshalle, die dem Parthenon auf der Akropolis in Athen nachempfunden ist, gilt als einer der bedeutendsten Monumentalbauten von König Ludwig I. Der beauftragte den Architekten Leo von Klenze 1830 mit dem Bau. Zwölf Jahre später fand die Eröffnung statt. Der Plan des Monarchen war es, die "rühmlich ausgezeichneten Teutschen" in einem Ehrentempel mit Büsten und Gedenktafeln zu vereinen. Dazu zählte er Geistes- und Geschichtsgrößen aus der "germanisch-deutschen" Sprachfamilie wie Johann Wolfgang von Goethe.

"Walhalla" kommt aus dem Altnordischen und bedeutet "Totenhalle". Ein Platz für eine Persönlichkeit kann frühestens 20 Jahre nach deren Tod beantragt werden. Von Anfang an galt das Gleichheitsprinzip. So erklärte Ludwig I.: "Kein Stand nicht, auch das weibliche Geschlecht nicht, ist ausgeschlossen." Unter den Persönlichkeiten, deren Büsten in der Walhalla stehen, sind auch Vertreter aus Schweden oder England. Bei der Fertigstellung standen in der dorischen Säulenhalle 74 Büsten. Bis heute kamen weitere dazu. (KNA)

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