27.02.2018 - 17:04 Uhr
Ebermannsdorf

Berufe binden junge Aktive: FFW Diebis meldet sich teilweise ab Demografie facht Feuerwehrproblem an

Manchen Feuerwehren brennt das Problem bereits auf den Nägeln: Sie können Einsätze zu bestimmten Zeiten, vor allem tagsüber, wenn ihre Aktiven im Beruf und dort unabkömmlich oder weit entfernt sind, nicht mehr (voll) abdecken. Auch die FFW Diebis hat eine ähnliche Schwierigkeit.

Kein Feuer am Dach in Diebis. Im Gegenteil ist sich die FFW ihrer großen Verantwortung bewusst, hält deshalb an den Einsätzen in Diebis, Ipflheim und Schafhof fest. Bild: gm
von Autor GMProfil

Pittersberg. Darüber informierte Kommandantin Conny Bäuml bei der Jahreshauptversammlung im FFW-Aufenthaltsraum. Nach ihrer Auskunft hat sich Diebis in Abstimmung mit der Gemeinde und der Integrierten Rettungsleitstelle (ILS) in Amberg jede Woche von Montag, 6 Uhr, bis Freitag, 18 Uhr, für Einsätze auf der B 85 und der Autobahn A 6 abgemeldet. Der kleinsten Feuerwehr in der Kommune Ebermannsdorf fehlten für diese Zeit die Aktiven. Laut Bäuml ist es besser, das so geregelt und mitgeteilt zu haben, als im Ernstfall nicht oder nicht adäquat reagieren zu können, was für Verletzte die schlechteste Lösung sei.

Als Hintergründe nannte die Kommandantin die demografische Entwicklung und die "heutige Zeit", in der vor allem die jungen Leute oft weiter entfernt in Ballungsgebieten arbeiten würden. Das wirke sich entsprechend aus, wobei Bäuml betonte, dass die FFW für den Gemeindebereich Diebis, Ipflheim und Schafhof jedoch zur Verfügung steht. Mit dem generellen "Einsatzproblem" und seinen Ursachen hätten aber auch andere Kreis-Wehren schon zu tun. Die Kommandantin dankte daher all ihren Aktiven, die in der übrigen Zeit das ganze Jahr über, auch an Wochenenden, die Einsatzbereitschaft sicherstellen, umso mehr.

"Buschgeld" erhöht

Vereinsvorsitzender Uwe Bäuml lobte in seinem Bericht "seine" FFW genauso, zum Beispiel für die zahlreiche Teilnahme beim 125-Jährigen der Nachbarwehr in Ebermannsdorf. Er freute sich außerdem über drei Neumitglieder und ließ die Erhöhung des "Buschgelds" auf zehn Euro pro Nase bei der Beteiligung an Festen nicht unerwähnt. Der jeweilige Fahnenträger erhalte zusätzlich fünf Euro. Neu ist laut Bäuml ferner, dass Mitgliedern künftig schon bei 65. und 70. Geburtstagen gratuliert wird. Der Diebiser Tobias Bartmann habe sich kürzlich über einen Besuch der FFW zu seinem 90. sehr gefreut.

Schatzmeister Peter Reinhardt vermeldete eine gut gefüllte Kasse und Jürgen Maiwald erläuterte die Ausgaben für die Betreuung der FFW-Jugend. Kassenprüfer Josef Grauvogl sprach von sauberen, korrekten Buchungen, worauf die Versammlung sowohl den Kassier als auch den Vorstand einstimmig entlastete.

14 Mal ausgerückt

In der Vorschau auf 2018 nannte die Chefin der Aktiven Fachvorträge, den Florianstag in Ursensollen, Übungen mit Schaumträgern oder auch Geräte- und Forstkunde für das Beseitigen von Sturmschäden am Straßen- und Waldrand. Dies alles gehöre zur Einsatzfähigkeit der Zukunft. Immerhin habe es Diebis im vergangenen Jahr auf 14 Einsätze gebracht, bei denen entsprechendes Können und Weitsicht gefragt waren.

Jugendwart Jürgen Maiwald überreichte an Jürgen und Fabian Wittmann sowie Tassilo Bäuml das Jugendabzeichen der FFW. Sechs Nachwuchskräfte absolvierten nach seiner Auskunft auch die Jugendleistungsprüfung mit guten Ergebnissen. Die Versammlung beschloss ferner nach begründeten Vorschlägen durch Uwe Bäuml einen neuen, "sozialen Mitgliedsbeitrag", der insbesondere den Diebis-Ipflheimer und Schafhofer Familien gerecht werden solle (Details teilt die FFW noch in entsprechenden Anschreiben mit).

Zweiter Bürgermeister Michael Götz dankte der Wehr im Namen der Gemeinde Ebermannsdorf für ihren Dienst. Die Kommune sorge regelmäßig für wichtige und moderne Ausstattung ihrer drei Feuerwehren Diebis, Pittersberg und Ebermannsdorf. 2017 seien das unter anderem die drei installierten Absauganlagen in den Gerätehäusern gewesen. Götz würdigte auch die "zahlenden Mitglieder" für ihre Treue. Schließlich lebe ein Verein auch von ihnen und könne so seinen Zusammenhalt erhalten und fördern.

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