19.02.2013 - 00:00 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Edelstahlplatten der Beckenränder für über 25 000 Euro gestohlen - Beute 1,6 Tonnen schwer Abgeklärte Metalldiebe im Klärwerk

Na, das ist ja ein "schöner Sch...": In die Kläranlage von Ebermannsdorf wurde in der Nacht zum Dienstag eingebrochen. Was es dort zu holen gibt? Metallteile in rauen Mengen! Leider war das den dreisten Dieben bekannt, die innerhalb von rund drei Stunden 1,6 Tonnen Edelstahl abtransportierten. Der Schaden für die Gemeinde beträgt nach ersten Schätzungen mindestens 25 000 Euro, wenn nicht noch weitere Teile der Anlagentechnik in Mitleidenschaft gezogen wurden.

von Thomas Amann Kontakt Profil

Aufgeklärt indes ist der Kläranlagen-Klau noch nicht. Die Täter, die mit einem größeren Fahrzeug aufgetaucht sein mussten, sind unerkannt entkommen. Sie hatten ihren Beutezug aber offensichtlich gut vorbereitet und wussten genau, worauf sie es abgesehen hatten. Es war die Mauerabdeckung der beiden großen Klärbecken. Sie besteht aus einzelnen Edelstahlplatten, die ringsum auf der kreisförmigen Betonfassung angebracht sind.

Auch Heizung beschädigt

Hier läuft das Fahrwerk rundum, das mit seinem ins Becken abgesenkten Rechen Bewegung in die Klärteiche bringt (wie eine Art "Rührwerk"). Außerdem liegt unter dieser glatten Edelstahlfläche eine Heizleitung, die die Platten bei Kälte erwärmt und dafür sorgt, dass sie nicht zufrieren, wie Wasserwart Stefan Reindl der AZ erläuterte. Durch das Abschrauben der einzelnen Felder wurde nach seiner Auskunft auch die Heizung beschädigt, die wohl zumindest teilweise erneuert werden muss.

Tatsächlich hatten es die Diebe geschafft, beim Nachklärbecken die komplette Abdeckung abzuschrauben, beim etwas größeren Belebungsbecken kamen sie bis zur Hälfte und nahmen auch hier alle pro Stück 21 Kilo schweren Platten mit (insgesamt 76). Jedes Teil ist mit vier an sich dicken Schrauben an den Ecken mit einer Halterung am Betonrand fixiert. Laut Reindl hatte eine Fachfirma fürs Anbringen dieser Abdeckung rundum mal fast einen Vormittag lang gebraucht. Die Einbrecher müssen also ziemlich abgeklärt und mit professionellem Werkzeug geschraubt haben, um in der Zeit zwischen 1.30 und 5 Uhr so weit gekommen zu sein.
Zuvor hatten sie das Gittertor zum Wertstoffhof aufgedrückt, der direkt neben dem Klärwerk liegt. Von hier mussten sie dann nur noch den Zaun zur Anlage durchschneiden und konnten so die Beute zu ihrem Auto bringen. Die Ausfahrt ermöglichte dann ja das aufgebrochene Wertstoffhoftor.

Stefan Reindls Dienst begann übrigens um 5 Uhr. Er bemerkte den Einbruch sofort, weil das Becken-Fahrwerk nun, statt geschmeidig auf den Edelstahlplatten zu laufen, über die blanke Betonoberfläche "rumpelte". Deswegen wurde die Anlage gestern auch heruntergefahren und konnte nur eingeschränkt betrieben werden. Reindl und sein Kollege Andreas Honig vom Klärwerk hoffen jedoch, dass das Fahrwerk vielleicht auch so bewegt werden kann, weil die Neuausstattung mit Edelstahlplatten sicher einige Zeit dauern wird. Ganz abgesehen von den Kosten natürlich.

Polizei sucht Zeugen

Selbstverständlich wurde die Amberger Polizei eingeschaltet, die es ja seit längerem immer wieder mit Metalldiebstählen zu tun hat. Auch in der Gemeinde Ebermannsdorf wurde vor rund fünf Jahren schon einmal das Kupferdach des Wasserhochbehälters in Pittersberg entwendet. Doch dieser Diebstahl konnte geklärt werden. Vielleicht gelingt das der Polizei auch beim Klärwerk. Dazu sind die Beamten aber auf Hinweise angewiesen. Wer vielleicht schon ab Montagnachmittag bis gegen 5 Uhr am Morgen darauf verdächtige Beobachtungen (größere Fahrzeuge) gemacht hat, soll sich mit den Ordnungshütern in Amberg unter der Rufnummer 0 96 21/89 00 in Verbindung setzen.

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