Beruf und Ehrenamt nicht vereinbar
Michael May (ÖDP) verlässt den Gemeinderat

Michael May. Archivbild: wsb
Politik
Ebermannsdorf
14.11.2017
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Anfang November hatte er öffentlich seinem Ärger über die Ablehnung des Bürgerbegehrens zur Neuen Mitte in Ebermannsdorf Luft gemacht. Jetzt ist Michael May (ÖDP) aus dem Gemeinderat zurückgetreten.

 Bereits am 2. Oktober hatte Gemeinderat Michael May schriftlich seinen Rücktrittsantrag bei der Gemeindeverwaltung eingereicht. Der in Ebermannsdorf praktizierende Arzt war dort seit 2008 Mitglied des Gemeinderates.

Von der CSU zur ÖDP

In das Gremium gewählt worden war er ursprünglich über die Liste der CSU. Partei und Fraktion hat er dann aber den Rücken gekehrt, um sich der ÖDP anzuschließen. Er war damit der einzige Vertreter dieser Partei im Rat.

Dass er diesen nun ganz verlassen wollte, begründete er bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend auch kurz. Auslöser für seinen Rücktritt war demnach, dass die Gemeinde Ebermannsdorf überraschend einen Sitzungstermin vom sonst üblichen Montag auf einen Donnerstag, in diesem Fall den 28. September, verlegt hatte. Diesen Termin habe er nicht pünktlich wahrnehmen können, weil seine Praxis donnerstags immer bis 19 Uhr geöffnet sei. Deshalb konnte May zum Donnerstags-Termin erst 45 Minuten später kommen. Für ihn als stellvertretenden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft gegen die Neue Mitte besonders ärgerlich - denn in der Rats-Zusammenkunft am 28. September sei es um das Bürgerbegehren gegen die Neue Mitte gegangen. Wegen seiner Verspätung aber ohne hin.

Das Begehren wurde damals einstimmig abgelehnt, weil es nicht den Formalien entsprach. In seiner öffentlichen Stellungnahme nach dieser Sitzung hatte May darauf hingewiesen, dass ihm die Formulierung "einstimmig" sauer aufgestoßen sei - nachdem zwei Räte wegen Befangenheit gar nicht mitgestimmt und ein weiterer gefehlt hätten.

Gemeinderat stimmt zu

In der aktuellen Sitzung am Montag zog May die Konsequenzen: Er sei zu der Überzeugung gekommen, dass sein Beruf und seine Arztpraxis mit der Tätigkeit als Gemeinderat nicht vereinbar seien, erklärte er. Deshalb habe er am 2. Oktober, also vier Tage nach dem überraschenden Donnerstags-Termin, seinen Rücktritt eingereicht. Dem hat der Gemeinderat jetzt entsprochen.

Auf ÖDP folgt CSUObwohl er sich zwischenzeitlich der ÖDP angeschlossen hat, war Michael May 2008 als CSU-Vertreter in den Ebermannsdorfer Gemeinderat gewählt worden. May hatte damals das zweitbeste Ergebnis erreicht - seine 1396 Stimmen übertraf bei der Wahl nur Bürgermeister Josef Gilch (1816). Weil May damals CSU-Kandidat war, kommt sein Nachfolger jetzt auch von der Liste der Christsozialen. Als erster Nachrücker war dort nach der Wahl Hubertus von Eyb aufgeführt. Dieser wird nach Auskunft der Gemeinde nun schriftlich gefragt, ob er das Amt antreten möchte. Wenn er dazu bereit ist, könnte er bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung am 13. Dezember vereidigt werden. (eik)
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