17.03.2017 - 20:00 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Gemeinderatssitzung Ebermannsdorf: Bald schneller ins Netz

Zur Entscheidung, ob die Gemeinde an einem zweiten Breitbandförderverfahren teilnimmt, informierte Bürgermeister Josef Gilch: Die Kommune musste sich für Schafhof, Diebis, Ipflheim lediglich mit einem Eigenanteil von 69 403 Euro beteiligen. Rund 532 000 Euro stünden noch zur Verfügung. Diese sollte die Gemeinde nutzen, um weitere Gebiete auszubauen, so sein Vorschlag.

Die Gemeindebücherei Ebermannsdorf bekommt vielleicht auch bald eine Online-Ausleihmöglichkeit. Bild: aps
von Redaktion OnetzProfil

Es fehlen aktuell die Orte Breitenbrunn mit Kläranlage Pittersberg, Au, Herflucht (oberirdisch), Arling mit Brunnen Arling, der Hochbehälter Pittersberg, Niederarling und der Bereich Ebermannsdorf-Nord bei den Erzweg-Stubm. Laut Kostenvoranschlag würde die Gemeinde für den weiteren Breitbandausbau 289 856,95 Euro Förderung (80 Prozent der Gesamtkosten) erhalten und müsste somit lediglich einen 20-prozentigen Eigenanteil einbringen (72 464,24 Euro).

Zweites Förderverfahren

Das Gremium war ausnahmslos dafür und sieht die Teilnahme an einem zweiten Breitbandförderverfahren als Investition in die Zukunft und als wertsteigernde Maßnahme für die Ortsteile. Die Leistungsanforderung sind Übertragungsraten von mindestens 100 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload für alle möglichen Endkunden. Die Erschließung der Grundstücke mit Glasfasern erfolgt bis zur Grenze. Mit der technischen und juristischen Umsetzung wird das Büro IK-T Manstorfer und Hecht aus Regensburg beauftragt. Damit ist jeder Ort und auch jeder einzelne Weiler der Gemeinde Ebermannsdorf mit schnellem Internet versorgt, so Gilch. Interessant wurde es beim nächsten Tagesordnungspunkt. Hier wurde die Anfrage eines Bürgers diskutiert, der sein rund 16 500 Quadratmeter großes Grundstück in Ebermannsdorf an einen Bauträger veräußern möchte.

Dieser will anschließend den Bebauungsplan für das geplante Wohngebiet aufstellen und die Erschließung selbst bewerkstelligen. Gemeindechef Gilch stellte fest, dass alle bisherigen Baugebiete ausschließlich durch die Gemeinde geplant, erschlossen und veräußert wurden.

Benachbarte Kommunen wären diesen Weg über Bauträger bereits gegangen. Nachdem das Gremium festgehalten hatte, dass die Gemeinde weiterhin die Planungshoheit über das Vorhaben ausübt und jedes neue Baugebiet eine Vielzahl an Vorteilen für die Gemeindeentwicklung beinhaltet, entschied sich der Rat einstimmig dafür, dem Antrag stattzugeben.

Literatur online

Nachdem die Verantwortlichen feststellen musste, dass die Ausleihzahlen in der gemeindlichen Bücherei zurückgegangen waren, hatte man sich im Rathaus zusammengesetzt und an einer Strategie gearbeitet. Bürgermeister Gilch gab den Gemeinderäten und auch allen Anwesenden die Hausaufgabe auf, zu Hause nachzufragen, ob es gewünscht wäre, dass man über die Bücherei auch Literatur online ausleihen könnte, um sie auf Tablet oder Kindle zu lesen.

Aus dem Gemeinderat

In der Sitzung informierte Bürgermeister Josef Gilch über aktuellen Themen aus dem Gemeindebereich.

So wird im Juli 2017 die Versicherungsgesellschaft AOK Bayern mit ihrer Abteilung zur Digitalisierung des Schriftverkehrs in die leerstehenden Räume des Briefverteilerzentrums in Schafhof einziehen und dort 80 bis 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Gilch zeigte sich sichtlich erfreut, dass sich der Standort in Schafhof mit seinen "idealen Firmenvoraussetzungen" gegen die anderen in Bayern zur Wahl gestandenen Standorte durchgesetzt hat.

Weniger erfreulich sei die Auflösung des Ski- und Tennis-Clubs Ebermannsdorf. Das Restvermögen soll als Jugendförderung an Vereine im Gemeindebereich übergeben werden.

Vorbildhaft haben alle von der Verwaltung angeschriebenen Bürger wie gefordert ihre Hecken und Sträucher zurückgeschnitten.

Der aufgenommene Kredit für das Baugebiet Sonnenfeld Ebermannsdorf wurde komplett zurückgezahlt und auch die Restschuld über 12 000 Euro für das Baugebiet in Pittersberg werde Ende des Monats getilgt.

Der Kredit für die Wasserversorgung wurde noch im Jahr 2016 zurückgezahlt, die Gemeinde hat die große Leistung vollbracht und hat innerhalb von acht Jahren 1,6 Millionen Euro aus dem Haushalt entnommen und zur Tilgung der Schulden der Wasserversorgung herangezogen, so der Bürgermeister.

Nachdem es vorgekommen war, dass Lkw-Fahrer nach der Autobahnbrücke beim Köhlerplatz links abgebogen waren, um über den Wald in das Industriegebiet Schafhof zu gelangen, einigte man sich darauf, zwei Zusatzschilder aufzustellen. Das Zeichen "Durchfahrt verboten" für Lkw und das Schild mit einem durchgestrichenen Industriegebiet soll nun vorsorgen. (aps)

Baumkataster

Mit nur einer Gegenstimme beschloss der Ebermannsdorfer Gemeinderat die Einführung eines digitalen Baumkatasters inklusive einer Kontroll-App. Für die Kommune ist ein solches Kataster aus zweierlei Gründen sehr wichtig, hieß es in der Versammlung. Zum einen werden im Kataster der komplette gemeindliche Baumbestand und auch die jährlichen Baumkontrollen erfasst, so dass die Verwaltung ihre Verkehrssicherungspflicht vor Gericht problemlos nachweisen kann.

Zum anderen werde durch die Pflege des Verzeichnisses die Betreuung des bestehenden Baumbestandes sichergestellt. Die Gemeindeverwaltung hatte im Jahr 2016 ein GIS-Programm der Firma RIWA Amberg eingeführt, und so bot es sich an, das Programm durch das Modul "Bäume" zu ergänzen, um das Kataster digital führen zu können.

Weiterhin gibt es auch eine App, die die Verwaltung des Baumkatasters enorm erleichtert, erklärte Bürgermeister Josef Gilch. Sie ermöglicht es, Arbeiten an den Bäumen lückenlos vor Ort vorzunehmen und zu dokumentieren. Dem Nutzer werden alle offenen Aufträge angezeigt, die er am Baum abarbeiten kann. Erster Schritt wird Erfassung und Bewertung des Bestands durch die Firma Baum Welt, Nittenau, sein, so dass man die Bäume in das digitale Kataster aufnehmen kann. Die Notwendigkeit war dem Rat überwiegend klar, so entschied man sich für Anschaffung.

Nachdem der Hochdruckreiniger im Bauhof "das Zeitliche gesegnet hatte", wie es hieß, wurden drei Angebote eingeholt. Man entschied sich für das günstigste, das von der Firma Landmaschinen Rester aus Burglengenfeld kam (3451 Euro). (aps)

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