14.01.2018 - 16:06 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Neujahrsempfang der Gemeinde Ebermannsdorf im Domcom Gilchs "magische Gasflammen"

Nach gefühlt 1000 Händen, die das Bürgermeister- Dreigestirn schüttelt, findet Josef Gilch in seiner Neujahrsansprache deutliche Worte in der geschmückten Mehrzweckhalle des Domcom. Er erlaubt sich bei aller Festlichkeit, beim Empfang seine Gäste mit kleinen Späßchen zu erheitern.

Blick in den Saal während einer Klaviereinlage. In der ersten Reihe (Zweiter von links) ist der geehrte Josef Schmid alias "Neibauer Sepp" aus Pittersberg zu sehen. Bilder: wec (2)
von Christine Wendl - wecProfil

Bürgermeister Josef Gilch blickte zurück auf die Weihnachtszeit, die ihn mit übergelaufenen Kanälen, Rohrbrüchen und Ausfällen beim Wasserdruck vor allzu viel Besinnlichkeit bewahrte und für unfreiwillige Telefonate mit verärgerten Bürgern sorgte. Gilch sprach aber auch von "magischen Gasflammen, die mit dem Betreten des Bürgermeisters mit dem Kundendienst im Berggasthof funktionierten und mit ihrem Verlassen wieder erlöschten".

Dennoch blickte er optimistisch nach vorne. In den nächsten Monaten werde sich die weitere Entwicklung der Gemeinde entscheiden. Der Dauerbrenner "Neue Mitte" und die unendlichen Diskussionen darum würden zeigen, ob es mit Stillstand oder Rückschritt weitergehe.

Überleitend zur Bundespolitik erinnerte Gilch, dass auch in Ebermannsdorf fast 15 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei der AfD gemacht hatten. Für ihn ein Zeichen für viele Ängste und Unsicherheit. Der Bürgermeister warnte vor "den Rädelsführern dieser Bewegung", die Stimmung machten gegen Menschen mit anderer Hautfarbe, Herkunft oder Kultur. Sein Credo: "Null Toleranz gegen Intoleranz! Sowohl gegen islamistische Bestrebungen als auch gegen platte, rechte Hetzparolen! Für Menschenfeindlichkeit darf in unseren Dörfern kein Platz sein."

Gilch sprach seinen Wunsch nach mehr Optimismus und Mut auch bei seinen Bürgern aus. Habe man in den letzten Jahren viel für Familienfreundlichkeit, Bildung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen getan, so werde man in naher Zukunft neue Wohnformen, Inklusion Hilfsbedürftiger und älterer Mitbürger sowie die Verbesserung der Nahversorgung auf den Weg bringen.

Erfreut verwies er auf die stete Erweiterung der Industriegebiete, zuletzt mit dem Digitalisierungscenter der AOK und damit dem Anstieg der Erwerbstätigenzahl auf nahezu 1000. Vergangenen Sommer sei es - mit Unterstützung durch Landtagsabgeordneten Harald Schwartz - gelungen, das dritte Viertel um die Autobahn A 6 zu erwerben - Schafhof Ost. Man sei derzeit zusammen mit der Stadt Amberg und der Gewerbebau dabei, einen Global Player nach Schafhof zu bringen.

Mit Blick auf das, was sicher kommen wird, sprach er den beliebten Bürgerball an, der ab heuer von neuen Hände organisiert wird: Erich Meidinger und Thomas Krybus hatten ihn zuvor zehn Jahre hervorragend gemanagt. Der neue Macher ist nun der Festleiter des letztjährigen Feuerwehrjubiläums, Andy Denk. Auch die Organisatoren der Pittersberger Landjugend, Stefan Legl und Christoph Scharf, wurden auf der Bühne gelobt für das gelungene Jubiläumsfest 2017.

Mit neuen Mitarbeitern am Bauhof und in der Verwaltung werde 2018 alles wieder gewohnt rund laufen, nachdem es 2017 teilweise personalmäßig knapp war und Bürger viel Verständnis aufbringen mussten. Auf dem Plan stünden für heuer die Aufenthaltsräume für Bauhofmitarbeiter, eine sanierte Verbindungsstraße von Diebis nach Au, Parkplätze für das Domcom und ein behindertengerecht ausgebauter Fußweg Richtung Erzweg. In Ebermannsdorf sei bereits die Mobilfunkversorgung verbessert worden. Als nächstes werde diese auch in Pittersberg optimiert.

Ein neuer, technisch richtiger Standort für die Druckerhöhung sei ebenso wichtig wie die Vergrößerung des Hauptkanals in der Hauptstraße. Nach Jahren im Plan sei die Umsetzung nun unerlässlich, um auch das neue Baugebiet Barbarastraße realisieren zu können. Interessant werde auch der neu gestartete Bürgerdialog zur Neuen Mitte. Nicht zuletzt suche die Gemeinde mal wieder einen neuen Pächter für den Berggasthof.

Der zehnjährige Marc Meyer begeisterte mit klassischer Musik am Klavier - nicht nur MdL Harald Schwartz, der nach dessen Schlussakkord ans Pult trat. Er hatte Lob für Gemeindechef Gilch parat, der "mit Kraft und Nachdruck dafür sorgt, dass es den Bürgern hier besser geht". OB Michael Cerny gab augenzwinkernd zu, nicht allein wegen Gilchs Rede der Einladung gefolgt zu sein, sondern auch "wegen der leckeren Würste - vor allem in Anbetracht der drohenden Unterzuckerung nach den Feiertagen...". Er dankte seinem Bürgermeisterkollegen für die stets gute Zusammenarbeit und das Voranbringen gemeinsamer Projekte.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von der Blaskapelle St. Konrad unter Leitung von Josef Lobenhofer.

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