Die Frauenträger von Pittersberg
Frömmigkeit frei Haus

Pia, Vincent und Lisa (von links) waren in St. Nikolaus heuer als Frauenträger mit ihrem Marienbild von Haus zu Haus unterwegs, baten um Einlass und luden zum gemeinsamen Gebet ein. Bild: gm
Vermischtes
Ebermannsdorf
18.12.2016
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Dieses kirchlich-religiöse Brauchtum ist fast vergessen. Nur die Ministranten von Pittersberg lassen sich und eine kleine Marienstatue nicht unterkriegen.

Pittersberg. Die sogenannten Frauenträger der Pfarrei St. Nikolaus waren in diesen Tagen der Adventszeit im Dorf unterwegs und baten symbolisch um eine Herberge für Maria und Josef. Die Symbolik liegt auf der Hand. Das ist die biblische Geschichte von vor gut 2000 Jahren in Bethlehem.

Die Ministranten übernahmen wie alle Jahre diese Aufgabe und hielten so ein christliches, in der bäuerlichen Volksfrömmigkeit verhaftetes Brauchtum aufrecht. Pfarrer Josef Vollath hatte diese Gepflogenheit Anfang der 1960er Jahre mit in die Pfarrei gebracht, als er von Hohenfels nach Pittersberg gewechselt war. Die Messdiener ziehen dementsprechend mit einem geschmücktem Marienbild von Haus zu Haus und sprechen vor, um die Familien während der Adventszeit zum gemeinsamen Gebet, besonders auch mit den Kindern, anzuhalten. Das tun sie in Versform, indem sie um Aufnahme und Gastfreundschaft für das heilige Paar bitten.

Besonders Vaterunser

Beim Abholen des Marienbildes am nächsten Tag verabschieden sich die Frauenträger meist nach einem gemeinsamen, etwas eigenwilligen "Vater unser" mit der Familie im Dialekt: "Wir möissn heit unsere löibe Frau wieda weitertrong und führ'n und ihr a nei's Obdach erspür'n. Wir genga mit ihr, wandern von Haus zu Haus und genga mit ihr bis vor Bethlehem naus...!" Die Verabschiedung ist in der Regel mit der Geste einer symbolischen Spende verbunden. Als Geldeinnahme wird sie kirchlichen Kinderhilfswerken zugeleitet. Süßes behalten die Ministranten als Dankesobolus für das Frauentragen.
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