05.03.2018 - 20:00 Uhr
Ebermannsdorf

Hütheisl in Kreith Haus voller Geschichte(n)

An ihr Hütheisl im Pfarreiteil Kreith in früherer Zeit will die Familie Ingrid und Erich Bösl die Dorfbewohner und darüber hinaus auch die Nachfolgegenerationen erinnern. Dafür haben sie sich etwas überlegt.

Das Kreither Hütheisl, so wollen es die Besitzer Erich und Ingrid Bösl, soll nicht in Vergessenheit geraten. Die Hoftafel vor dem Haus hilft dabei. Bild: gm
von Autor GMProfil

Pittersberg/Kreith. Die Bösls sind an Geschichte interessiert und wohnen gerne in ihrem Haus. Deswegen haben sie sich auch die mittlerweile bekannte, grün-weiße Pittersberger Hoftafel für Hausnamen über die Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur beschafft. Das Hütheisl war früher auch das Armenhaus im Ort Kreith, wie ältere Bürger erzählen.

Das früher alte, markante Hütheisl in Kreith wurde nach dem Krieg von Josef Bösl (Erichs Bösls Vater) im Jahre 1954 von der Gemeinde Pittersberg gekauft, dann langsam abgebrochen und 1956 von ihm und seiner Familie neu erbaut. Zum Beispiel waren im alten Heisl in den 50er-Jahren der Sossauer Jackl (vergleichbar mit dem früheren Amberger Rucksack-Sepp) und seine Frau Resl mit Familie dort untergebracht.

Der Jackl, mit Spitznamen auch "Trulie" genannt, und die Resl waren in der Pfarrei Pittersberg und darüber hinaus damals ein Begriff. Des Öfteren waren beide von Kreith über den Pittersberg zur Bahnstation nach Freihöls zu Fuß unterwegs, er voraus und sie mit dem Stecken hinterher.

Wenn man rief "Jackl hupf a mal!", dann hüpfte und sprang er tatsächlich zum Spaß der Bewohner. Das war immer eine Freude für Jung und Alt. Der Jackl war eben ein Gaudibursch. Seine Resl jedoch war als Mensch grundlegend anders, sie drohte den so Rufenden, schimpfte vor sich hin, suderte und lief weiter.

Übrigens: Erzählt wurde unter den Kreither Dorfbewohnern - unter anderem Manfred Pürzer - oftmals auch, dass der Sossauer Jackl und seine Resl aus dem Hütheisl eine hübsche, schwarzhaarige Tochter hatten, die heute noch im Raum Regensburg lebt, aber kaum mehr an den Platz ihrer Kindheit und Jugend zurückkehrte. Die Kreither Burschen damals seien von dem sauberen Mädel sehr angetan gewesen.

Der Käufer des Hütheisls, Josef Bösl, heiratete in den 60er-Jahren seine Sieglinde, eine geborene Bäuml aus Schwarzenfeld. Die Familie lebte dort glücklich und zufrieden. Sohn Erich kam 1957 zur Welt und machte das Glück der Bösls vollständig.

Heute nennen Ingrid und Erich Bösl den geschichtsträchtigen Neubau des Kreither Hütheisls ihr Eigen. Im Jahre 1985 hatte dieses Erich zusammen mit Gattin Ingrid von seinen Eltern übernommen. Das Familiennest haben beide mit der Heirat bereits 1978 gebaut, zwei Kinder sowie ein Enkelkind namens Paulina vervollständigen das Familienglück der heutigen Hütheisl-Inhaber. Erich und Ingrid Bösl sind mittlerweile natürlich Kreither mit Leib und Seele, wie sie sagen.

Das besondere Hobby des Familienvaters ist seit vielen Jahren die Hundezucht mit Bewertung und Prämierung der Tiere weltweit, von Deutschland bis in die USA sowie von Skandinavien bis Rußland. Erich Bösl ist dazu oftmals im Laufe des Jahres unterwegs, zum Beispiel wie jüngst in Chile, erzählt er.

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