21.02.2018 - 20:00 Uhr
Ebnath

Ebnather Bürger sollen selbst über die Zukunft des ehemaligen Schulhauses entscheiden Erste Etappe für einen Bürgerentscheid erreicht

Über die künftige Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes sollen die Ebnather selbst bestimmen dürfen. Susanne Labusch, Inge Geißler und Erwin Kastner starteten ein Bürgerbegehren und sammelten 150 Unterschriften. Diese übergaben sie am Mittwochvormittag im Rathaus an den freudestrahlenden Bürgermeister Manfred Kratzer, der den Initiatoren seine Anerkennung zollte.

Über 150 Bürger haben sich in die Unterschriftenlisten eingetragen, die die Initiatoren Susanne Labusch, Inge Geißler und Erwin Kastner (von links) an Bürgermeister Manfred Kratzer (SPD) übergaben. Bilder: br (2)
von Hubert BrendelProfil

Gut 1000 Wahlberechtigte hat die Kommune. 10 Prozent müssen sich in entsprechende Listen eintragen. Es wurde noch am Mittwoch geprüft, ob auch alle "Autogramme" von wahlberechtigten Ebnathern stammen oder ob doppelt unterschrieben wurde. Das Ergebnis: 146 gültige Voten.

Die erste Hürde ist genommen. Nun ist der Gemeinderat am Zug. Entweder hebt er innerhalb von drei Monaten den Beschluss auf, der der von der SPD vorgeschlagenen Nutzung der alten Schule entgegensteht oder es kommt zum Bürgerentscheid.

Der Ratshauschef erinnerte daran, dass das Schulgebäude seit rund drei Jahrzehnten in seinem ursprünglichen Verwendungszweck nicht mehr genutzt wird. Derzeit befinden sich dort Ausstellungsräume des Möbelhauses Kellner sowie das Bestattungsinstitut Richard Becher und es dient dem Obst- und Gartenbauverein als Standort für die Obstpresse.

Bürgermeister Kratzer räumte ein, dass an dem Gebäude der Zahn der Zeit genagt habe und es irgendwann nicht mehr nutzbar sei. Nach seinen Worten haben Fachleute jedoch festgestellt, dass die Bausubstanz noch gut sei. Auf dieser Grundlage wurde eine Planung für Umbau und Sanierung in Auftrag gegeben. Wohnungen für Senioren und Räumlichkeiten für eine Arztpraxis mit behindertengerechtem Zugang sowie ein Aufzug sollten entstehen.

Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 2,2 Millionen Euro. Es wäre Geld aus dem bayerischen Städtebauförderungsprogramm in Höhe von 1,5 Millionen Euro geflossen. Das Vorhaben wurden dem Gemeinderat im November 2016 vorgestellt, gleichzeitig wurden die Planungskosten im Etat bereitgestellt. Jedoch wurde knapp ein Jahr später mit Mehrheit von CSU- und AWE das Projekt abgelehnt.

Gleiches ereignete sich in der Dezembersitzung 2017, obwohl - so der Bürgermeister - die schriftliche Zusage vorlag, dass sich ein Arzt niederlassen werde. Auch gebe es Nachfrage an Wohnungen. Zudem solle der Ortskern attraktiver werden.

Zusammen mit Inge Geißler und Erwin Kastner startete Susanne Labusch eine Unterschriftenaktion, um einen Bürgerentscheid beantragen zu können. Nach ihren Worten brachten viele Ebnather ihr Unverständnis zum Ausdruck, dass trotz Förderung das Vorhaben im Gemeinderat abgelehnt wurde.

Zu gegebener Zeit, kündigen die Initiatoren an, soll es einen weiteren "Tag der offenen Tür" geben, bei dem sich die Bürger über den baulichen Zustand des ehemaligen Schulhauses informieren können. Den Initiatoren zollte das Gemeindeoberhaupt seinen Respekt für ihr Engagement, die Sache in die Hand zu nehmen, um etwas zu bewegen und nicht nur an Stammtischen zu diskutieren.

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