12.11.2017 - 16:06 Uhr
EbnathOberpfalz

Gemeinderäte uneins bei der Sanierung der alten Schule Hängepartie

"Alte Schule ade", klagt zweite Bürgermeisterin Heidi Philipp (SPD). Oder ist die Sanierung des Gebäudes doch nur aufgeschoben und nicht aufgehoben? Bürgermeister Manfred Kratzer (SPD) scheut den Blick in die Glaskugel. Die CSU verlangt "belastbare Fakten", um das Projekt möglicherweise neu zu diskutieren.

Eine Investition in die Zukunft oder ein Fass ohne Boden? Bürgermeister Manfred Kratzer (SPD) will das alte Schulhaus umbauen, CSU und AWE haben massive Bedenken. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mit 8:4 Stimmen zunächst einmal das Projekt gestoppt. Ob hier das letzte Wort schon gesprochen ist? Archivbild: ak
von Manfred Hartung Kontakt Profil

Mit 8:4 Stimmen kippte die Mehrheit von CSU und AWE im Gemeinderat die vom Rathauschef und der SPD initiierte städtebauliche Maßnahme. In der Sitzung vom 2. November (wir berichteten) prallten die Standpunkte unversöhnlich aufeinander. Kratzer warb intensiv um das bereits von der Regierung der Oberpfalz per Förderbescheid abgesegnete Projekt.

Geplant war, das altehrwürdige Gebäude barrierefrei zu sanieren sowie mit drei bis vier Wohnungen und einer Arztpraxis zu bestücken. Geschätzte Baukosten: 2,2 Millionen Euro bei einer Fördersumme von rund 1,37 Millionen Euro.

Der Bürgermeister ärgert sich über den Gegenwind. "Hat man nicht im Gemeinderat die Verpflichtung, so zu handeln, dass es vorwärts geht?" Manfred Kratzer hält die Planungen für zukunftsträchtig. Er habe sie auch telefonisch mit allen Fraktionssprechern erörtert. "Wie es nun weitergeht, kann ich beim besten Willen nicht sagen." Auch seine Stellvertreterin Heidi Philipp schüttelt nur den Kopf, "weil monatelange Planungen und Kosten von 57 000 Euro in den Wind geschrieben sind". Sie wirft den Kollegen der anderen Fraktionen vor, Gelder mit vollen Händen zum Fenster hinauszuwerfen. "In unserem Gemeinderat herrscht ein seltsames und bizarres Verständnis für die Aufgaben." Philipp kann nicht verstehen, "dass so ein schönes Bauwerk dem Verfall preisgegeben wird".

Von einem "Fass ohne Boden" spricht hingegen die CSU. Die mündliche Zusage eines Mediziners, Praxisräume anzumieten, reiche nicht. "Wir können ohne schriftliche Vereinbarung nicht so viel Geld ausgeben", bilanziert Michael Sticht, der eine Verdoppelung der Pro-Kopf-Verschuldung in dem 1300-Einwohner-Ort ausgerechnet hat.

Im Übrigen lasse die marode Bausubstanz das Schlimmste befürchten. Dennoch ist aus seiner Sicht die Messe noch nicht vollständig gelesen, "aber erst müssten belastbare Fakten auf den Tisch". In das gleiche Horn stößt CSU-Fraktionssprecher Josef Söllner, der moniert, dass es im Vorfeld kein Treffen zwischen Bürgermeister und Gemeinderat gegeben habe. Was nun werden solle, müsste jedoch in einer solchen Runde besprochen werden. Söllner fordert, dass zunächst die in der jüngsten Gemeinderatssitzung demokratisch getroffene Entscheidung von allen Beteiligten respektiert werden sollte.

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