Ein großes Herz steht still

Ein langer Trauerzug - angeführt von den „Fichtelgebirgskapelle“ - bewegte sich von der Kath. Pfarrkirche hinauf zum Gottesacker. Begleitet wurde der Marsch auch von Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine, denen Müller viele Jahre lang verbunden war. Bild: wro
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Ebnath
18.05.2017
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Auf dem Ebnather Friedhof erinnerte Pfarrer Anish George eine große Trauergemeinde an den Tod, aber auch an die ersehnte Auferstehung. Der Geistliche bat bei der Beisetzung von Gemeinderat Reinhardt Müller: "Beten wir gemeinsam um den Verstorbenen." Bild: wro

Ein bewegender Abschied. Die Vielzahl der Trauernden ließ nur annähernd erahnen, welch großer Wertschätzung sich der am 12. Mai im Alter von 61 Jahren verstorbene SPD-Kommunalpolitiker, Bankkaufmann, Freund zahlreicher Vereine und liebender Familienvater Reinhardt Müller in der Gemeinde erfreute.

(wro) Ein schier endlos erscheinender Trauerzug, angeführt von den Fichtelgebirgskapelle, bewegte sich betend von der St-Ägidius-Kirche" durch den Ort, hinauf zur letzten Ruhestätte im Gemeindefriedhof.

Vorangegangen war eine bewegende Trauerfeier, von Pfarrer Anish George und Pfarrer Sven Grillmeier. Die Auferstehungsgeschichte im Lukas-Evangelium stand zum einen, dem Verstorbenen gewidmete Ansprachen zum anderen im Mittelpunkt des Requiems. Der Tod sei ein bitterer und endgültiger Abschied von dieser Welt, wandte sich Pfarrer George an die Trauergemeinde "Wir wollen Sie nicht alleine lassen", richtete er sein Wort an die Angehörigen. "Worte reichen nicht, der Gedanke an ein neues Leben aber möge hier in der Kirche trösten."

Frage nach dem "Wieso"

Bürgermeister Manfred Kratzer sprach von ehrlicher Anteilnahme, die aber nur eine Geste sein könne. Als Bürgermeister und Freund frage man sich: "Wieso?" Auf eine Antwort warte man vergeblich. "Seit Jahren bezeichne ich nur Menschen als Freunde, die es auch verdient haben, solche genannt zu werden. Reinhardt ist solch einer gewesen", erinnerte der Redner an den langjährigen und geschätzten Weggefährten.

"Offenheit und Tugenden waren seine Stärke." Das habe ihn ausgezeichnet, ja menschlich gemacht. "Kompromisse eingehen war nicht sein Ding." Mit Beharrlichkeit setzte sich Reinhardt Müller für die Sache ein. Von geplanten Vorhaben war der redegewandte und stets hilfsbereite Mann nur schwer abzubringen. "Wir verlieren einen unermüdlichen Kämpfer und Mahner", fügte das Gemeindeoberhaupt hinzu und schloss: "Ich weiß, dass ich meinen Freund hier auf Erden nicht mehr sehen werde. In meinem Herzen aber lebt er weiter. Ja, er fehlt mir."

Der Sprecher der Raiffeisenbank Kemnath Land - Steinwald eG, Joachim Geyer, würdigte in seiner Ansprache die berufliche Laufbahn des Verstorbenen und seine Verdienste als Mitarbeiter und Kollege, der zugleich auch Mitbegründer des Betriebsrats war. "Verantwortungsbewusst und erfolgreich erfüllte er seine Aufgaben. Müller genoss großes Ansehen." Seinen seit seiner Krankheit vakanten Arbeitsplatz habe man frei gehalten. "Einnehmen jedoch konnte er ihn nicht mehr." Trotz allem habe er den Kontakt zu seinem Arbeitgeber nie abreißen lassen, ergänzte Geyer. "Reinhardt Müller hinterlässt eine große Lücke."

Im Namen des Zweckverbands zur Wasserversorgung "Oberes Fichtelnaabtal" stand Peter König am Rednerpult. Der Neusorger Bürgermeister zitierte Franz Kafka: "Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es dunkel wird." An die Familie gewandt sagte der Sprecher: "Sie trauern um den Mittelpunkt ihrer Familie, wir trauern mit Ihnen. Es gibt nichts was die Abwesenheit eines Menschen ersetzen kann."

"Ein großes Ritterherz hat aufgehört zu schlagen", richtete Großmeister Werner von Podewils ("Zu Wildenreuth") den Blick auf die Zugehörigkeit zum "Waldeckher Ritterbund zue Kemenatha". Freundschaft, Bruderliebe und Humor standen beim Verstorbenen an erster Stelle. Geschätzt war er wegen seiner Gradlinigkeit. Albert Schweizer zitierend schloss er: "Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen."

"So wie du warst"

Mit ihren Emotionen kämpfend erinnert Judith Zaus an den Verstorbenen. Im Namen der Ebnather Vereine nahm sie für immer Abschied. Man habe einen guten Freund verloren, eine vertraute Stimme schweigt für immer. Tränenreich auch der Moment des bewegenden Abschieds mit "So wie du warst" eingespielt auf einer CD, gesungen von "Unheilig".
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