"Kantate" in der Kirche, Blumen für die Sänger
Singet dem Herrn

Lokales
Edelsfeld
30.04.2013
2
0

Wohl nichts im Leben findet einen so direkten Zugang zu Seele und Herz wie die Musik. Diese emotionale Kraft ist auch der evangelischen Kirche seit jeher bewusst, und so ist ein Sonntag im Kirchenjahr ganz dem, so Pfarrer Klaus Keyser, "schönsten Gestaltungselement des Glaubens" gewidmet.

Sangeslust war also gefragt zu "Kantate". Und zwar nicht nur bei Heidi Wohlfahrt und dem von ihr zu immer neuen Bestleistungen motivierten und mit spontanem Applaus belohnten Kirchenchor.

Vierstimmiger Kanon

Auch der vierstimmige Kanon, den Kirchenchor und Gemeinde gleich zu Beginn mit vereinten Kehlen anstimmten, bewies, welch besondere Schönheit von einem mit musikalischen Wohlklängen erfüllten Kirchenschiff ausgeht. Singen gehöre eben einfach zum Gottesdienst dazu, befand Pfarrer Klaus Keyser denn auch in seiner Predigt, passend zum Wochenspruch "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder".

Leider sei es im Alltag nicht mehr so gut bestellt ums Singen - im Fußballstadion nur Gegröle, bei der Nationalhymne Textschwäche und beim Europahymnus, Beethovens "Freude schöner Götterfunken", nur "schwülstige" Schiller-Verse.

Zum Glück halte die evangelische Kirchenliedliteratur da Eingängigeres parat, und zwar nicht nur bei den "Klassikern" von Paul Gerhardt, sondern auch bei den neuen, modernen Werken. Mit der Feststellung, selbst nicht ganz so musikalische oder altersbrüchige Beiträge würden Gott sicherlich mehr erfreuen als perfekte, aber seelenlose Darbietungen, räumte der Pfarrer die letzten Hemmschwellen aus dem Weg: "Gottes Lob ist eine Angelegenheit des Herzens, nicht des Kehlkopfs."
"Kantate" ist aber zugleich der "schönste Anlass im Kirchenjahr", verdiente Sänger zu ehren. Unzählbar sind beispielsweise die Probenstunden und Gesangseinsätze, die Altistin Marianne Kolb in 50 Jahren Mitgliedschaft bestritten hat.

Urkunden und Nadeln

Aus diesem Anlass überhäufte der Pfarrer sie geradezu mit Blumen, Urkunde, Ehrennadel und Dankesworten des Kirchenmusikdirektors und ließ dabei auch Kolbs Tätigkeit als Chor-Chronistin nicht unerwähnt. Die Behauptung, sie notiere sogar, wer wann falsch gesungen habe, verwies er jedoch schnell ins Reich der Scherze: "Im Edelsfelder Kirchenchor singt ja niemand falsch."

Ebenso blühende Auszeichnungen erhielten die Sopranistinnen Liesbeth Regler (40 Jahre), Mathilde Krauß (20 Jahre) und Alexandra Regler (15 Jahre) sowie Tenor Jürgen Schäfer (10 Jahre). Bass Hans Hagerer wurde in den wohlverdienten Sängerruhestand verabschiedet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.