Oberpfälzer Beistand mit Kartoffeln

Lokales
Edelsfeld
03.05.2013
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Aus mittelfränkischen Gefilden erreichte Pfarrer Hans Zeltsperger jetzt ein ungewöhnlicher Brief seines Amtskollegen Michael Kneißl. Viele kennen ihn noch als Seelsorger der Nachbarpfarrei Neukirchen, bevor er im Herbst 2010 nach Wendelstein bei Nürnberg wechselte.

Mit "Geben und empfangen" war sein Brief überschrieben, und darin erzählte Pfarrer Kneißl eine ungewöhnliche Geschichte. Bei der Aufarbeitung alter Akten stieß er auf zwei Schriftstücke ganz eigener Art: "Da ist ein Anschreiben des Diözesancaritasverbandes an unsere Kirchengemeinde vom Oktober 1956 mit dem Danke des Caritasdirektors für vor Ort gesammelte 255 DM - ein für damalige Verhältnisse schöner Ertrag, der da zum allgemeinen Wohl abgeführt wurde. Und zugleich darin die Zusage einer Lebensmittelspende seitens der Kirchengemeinde Edelsfeld an St. Nikolaus Wendelstein. Der zweite Brief, ein Originalschreiben von Pfarrer Bayerschmidt sel. "an das Hochw. kath. Pfarramt Wendelstein" mit der Bekanntgabe, das 50 Zentner Kartoffeln und etliche Zentner Getreide abzuholen und dafür auch Säcke mitzubringen seien ..."
"So haben also die Oberpfälzer den Wendelsteinern in "noutigen" Zeiten Beistand geleistet und sie mit durchgefüttert", zieht Pfarrer Kneißl das Fazit. "Erkenntlich für die einst empfangenen Gaben", so schreibt er weiter, "möchten wir Euch aus unserer Kirchenkasse 200 Euro auf Euer Freundeskreis-Konto (für den Bau des neuen Pfarrzentrums) überweisen - und ich als alter Nachbar leg' die selbe Summe nochmals drauf!"

Abschließend wünscht er unfallfreies Bauen und dass die Gemeinde durch das miteinander Tätig-werden aufgebaut und gestärkt werde. "Damit beweist sich, dass alles Gute, was wir tun, wieder als reicher Segen zurück kommt - wenn auch erst nach 57 Jahren", versicherte Pfarrer Zeltsperger, als er den Brief nach dem Sonntagsgottesdienst vorlas.
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