16.09.2014 - 00:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Bergkirchweih an der Wallfahrtskirche am Eggenberg Die letzte Bergkirchweih

Viele ehemalige Ensdorfer zieht es am Sonntag wieder zurück in die alte Heimat. Ihr Ziel: Die Wallfahrtskirche am Eggenberg, wo am 21. September die letzte der beliebten Bergkirchweihen im Landkreis gefeiert wird.

Vielleicht klappt es ja noch mit ein paar sonnigen Festtagen: Am Sonntag, 21. September, und in der anschließenden Festwoche werden sicher wieder Hunderte Gläubige aus Ensdorf und Umgebung zur Wallfahrtskirche auf den Eggenberg ziehen und zu den 14 Nothelfern beten. Archivbild: sön
von Redaktion OnetzProfil

(sön) Natürlich wird die Ensdorfer Kirche am Wochenende wieder Ziel vieler Pilger, Wanderer und Radfahrer sein - aber auch Anlass zu Familientreffen. Während der anschließenden Eggenbergwoche werden täglich um 18 Uhr Gottesdienste gefeiert.

Auf eine über 300-jährige Tradition kann der Eggenberg als Wallfahrtsort zurückblicken. Das am Rande des Hirschwalds idyllisch gelegene Wallfahrtskirchlein, die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, wurde 1699 geweiht. Sie steht beim Eggenbergfest eine ganze Woche im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens der Pfarrei Ensdorf.

Die Bevölkerung verehrte hier bereits im 17. Jahrhundert ein an einem Baum angebrachtes Marienbild. Pater Dr. Hans Zitzelsberger berichtete in seiner "Chronik von Ensdorf": "Es entstanden dann ein Marterl oder ein kleines Kapellelein, also eine ganz kleine Kapelle, vielleicht in Form eines aufgemauerten Marterl, welches das Marienbild enthielt." Mit Opfergeldern für das Marterl, Spenden und eigenen Mitteln ließ dann ab 1698 der Eggenbergbauer Johann Forster von Baumeister Martin Funk das Gotteshaus errichten.

Als Kirchenpatrone wurden auf Anraten des Hofrichters Rümerlein die 14 Nothelfer verehrt. Forster stiftete für die Inneneinrichtung ein Ölbild der Patrone, das heute noch erhalten ist: Das Jahr über ist es in der Kirche Hofstetten.

1701 wurde der Altar aufgestellt, 1703 in Amberg vom Orgelbauer Johann Conrad Vogl eine Orgel gekauft. Schlimmes gab es bereits 1702 zu berichten, als der äußere Opferstock "von einem heimblichen Räuber" zerschlagen wurde. Chronist Zitzelsberger vermeldet: "Ähnliches oder Schlimmeres hat sich bis heute zugetragen." So reichlich flossen die Wallfahrtsgaben auf dem Eggenberg, dass von 1710 an vom Opfergeld - das war damals so üblich - Kredite gewährt werden konnten. Als sich 1732 die Kirche für den Pilgerstrom bereits als zu klein erwies, entstand ein Erweiterungsbau, der Mittelteil der heutigen Kirche. 1793 wurde die Eggenbergkirche um den heutigen Altarraum erweitert. 1875 gab es eine erste Restaurierung, 1886 entstand unter Pfarrer Wittmann das Mesnerhaus.

Erneut renoviert wurde der Innenraum 1966/67, das Mauerwerk in den darauf folgenden Jahren saniert. Der Turm der Wallfahrtskirche musste 1994 neu verkupfert werden. Im Jahr darauf war eine Sanierung von Dach und Dachstuhl sowie eines Teils des Innenraums nötig. Ein neuer Außenanstrich musste ebenfalls sein und das Umfeld der Kirche wurde zu einem Festplatz umgestaltet.

Große finanzielle Anstrengungen - es mussten fast 300 000 Mark aufgebracht werden - erforderten die Neuinstallation der Elektroanlage und das Ersetzen der bis zu dreihundert Jahre alten Fenster. Der Innenraum wurde total renoviert.

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