05.09.2014 - 00:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Ausstellungseröffnung im Kloster Ensdorf mit Werken von Jean-Christophe Meillan und ... Gedichte und Bilder zerbrechlich

Holzschnittartige Grafiken, filigrane Fotografien und Zeichnungen in Tusche auf dunklem Untergrund des Grafikers Jean-Christophe Meillan zeigt eine Ausstellung im Kloster Ensdorf. Zum Auftakt trug der Schriftsteller Friedrich Brandl (Amberg) aus seinem mit Meillan veröffentlichten Gesteinszyklus "schiefer", "granit" und "kalk" Passagen vor.

Aus seinem Gedichtzyklus "schiefer", "steine", "kalk" las zur Ausstellungseröffnung Schriftsteller Friedrich Brandl. Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

Bei der Eröffnung im Kreuzgang betonte Verwaltungsleiter Jürgen Zach die Verbundenheit Brandls mit der Umweltbildungsarbeit des Klosters: "Als agiler Lehrer mit vielerlei Projekten, als inhaltlicher Berater und kongenialer Partner bei der Ausarbeitung unseres Konzepts der Umwelt-Kultur-Tage, einer Reihe, die das Thema Umwelt künstlerisch angegangen ist und aufbereitet hat." Dazu, so Zach, gehörten die Kunst in der Sprache, in der bildenden Kunst und in der Musik. Die Ausstellung zeige genau dies - das Zusammenspiel von Gedichten und Grafiken der beiden Künstler.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Zach (Gitarre) zusammen mit Manfred Lehner (Akkordeon, Mundharmonika). "Außer, dass ich auf Schiefertafeln als Kind meine ersten Schreibversuche machte, hatte ich von dem Material keine Ahnung", führte Brandl in seinen Gedichtzyklus ein. Die Zusammenarbeit mit dem Grafiker sei bei Wanderungen in mehr als zehn Jahren entstanden. "Bilder neben Worte zu stellen ist wie zwei Stimmen aufeinander auszurichten", so der Autor, "denn zerbrechlich sind Gedichte, Bilder filigran und ebenfalls zerbrechlich."

Mit "metamorphose" eröffnete er die Lesung. Die französische Übersetzung trug Lehner vor: "Denn da sich Steine nicht auf Länder begrenzen lassen, sind die Gedichte in den drei Bändchen zweisprachig - deutsch/französisch oder deutsch/tschechisch - abgedruckt."

Mit Granit, leitete Brandl auf das zweite Bändchen über, habe er sich länger beschäftigt. Er erinnerte an seine Wanderungen mit den Schriftstellern Harald Grill und Bernhard Setzwein. "Dieses langsame Gehen, wenn man Zeit hat, jede Blume, jeden Stein, jeden Schmetterling betrachtet - das hat was für sich", blickte er zurück. Aus "granit" las er neben anderen "fundstücke" und zitierte: "ich trage schwer an diesen fundstücken aus böhmen / schwer wie grabsteine aus granit vom jüdischen friedhof". Aus Granit würden Brücken, aber auch Grabsteine gebaut, das Gestein sei gemeinsames Fundament für Bayern und Böhmen.

Kalk ziehe sich durch die Juralandschaften von Bayern bis Frankreich, ging er das dritte Bändchen an. Er las daraus: "kalk - undenkbar all unsere mauern und monumente / all diese brücken und kathedralen / ja selbst die paläste aus stahl und beton".

Themenseiten:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.