03.09.2014 - 00:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Ensdorf: Kirchenrenovierung soll seltene Platten erhalten Qualität am Boden

Auch das dient dem schonenden Erhalt des Fußbodens aus Kelheimer Platten: Mit einer Spritze füllen die Fachleute Pflasterfugen mit Mörtel sorgfältig auf. Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

Nicht nur in neuem Glanz, sondern auch in alter Pracht soll die barocke Ensdorfer Pfarr- und Klosterkirche erstrahlen, wenn 2017 ihr 300. Weihejubiläum begangen wird. Die Restauratoren versuchen deshalb mit viel Aufwand, den ursprünglichen Bodenbelag aus einem nur selten zu findenden Pflaster aus Kelheimer Platten zu erhalten. Daran arbeiten seit zwei Monaten - mit Hochdruck, aber dennoch sehr sorgfältig - Experten der Firma Monolith aus Bamberg, einem Fachbetrieb für Steinerestaurierung. Sorgsam werden Bodenplatten einzeln ausgehoben, Ersatzstücke passgenau mit Meißel, Bürste und Schmirgelpapier bearbeitet, mit einer Spritze Fugen mit Mörtel sorgfältig aufgefüllt. Die Vorgaben dazu stammen von Architektin Carola Setz aus Regensburg, die seit mehreren Jahren die Voruntersuchungen zur Innensanierung der Kirche begleitet. Altarbereiche und die Orgel wurden eingehaust, um sie vor dem dabei entstehenden Feinstaub zu schützen.

Farben fein abgestimmt

Diplom-Restaurator Sven Oehmig, der mit Kollegen im Vorjahr ein Restaurierungskonzept für die Raumschale sowie die Wand- und Deckenflächen erarbeitete, ließ bereits im Herbst 2012 eine Musterfläche anlegen. Die wird nun zur Feinabstimmung der Farbtöne im Raum überarbeitet - selbstverständlich bevor eingerüstet wird. Wegen des Lichteinfalls durfte bis dato das Fenster daneben auch von der Außenseite her nicht eingerüstet werden.

Alles lichtecht

Geplant ist laut Oehmig, dass die Arbeit an der Raumschale Kirchenmaler und die am Deckengemälde Restauratoren ausführen. Die jetzigen Farben im Kirchenraum bezeichnete er als Resultat der letzten Renovierung in den 60er Jahren. Die sei zwar nicht historisch, werde jedoch mit Absicht in der Grundlage erhalten und nur leicht modifiziert. Gearbeitet werde mit lichtechten Kalkfarben, "die sich nicht verändern, die im Höchstfall nur verschmutzen".

"Wir sind zuversichtlich, die Kosten von 3,1 Millionen Euro für die Renovierung schultern zu können", hat Kirchenpfleger Johann Fink bereits vor einem Jahr betont und auf Zuschüsse von Diözese, Landesamt für Denkmalpflege sowie aus weiteren möglichen Fördertöpfen verwiesen. Einige hunderttausend Euro blieben jedoch sicher an der Pfarrgemeinde hängen, sagte Fink.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp