27.08.2014 - 00:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Projektverein "Idylle" verabschiedet mit Publikumstag ehemalige Ensdorfer Klostergärtnerei Wandel als Chance ergreifen

"Heute dürfen wir noch einmal die Klostergärtnerei besichtigen, ein paar idyllische Ecken bewundern, die bald Geschichte sein werden", betonte Bürgermeister Markus Dollacker. Daneben stünden auf dem Vorplatz im krassen Gegensatz Zeichen der Moderne - Elektroautos. Kunst stelle ein Bindeglied dar, "und so entsteht wieder eine Harmonie, die uns die Angst vor der Zukunft nehmen kann".

Siegfried Link (links) zeigte in dem früheren Gewächshaus eine Auswahl großformatiger Werke, Sigi Stolz steuerte zu dieser Ausstellung Bildhauerarbeiten aus Holz bei. Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

Dollacker sprach am Beispiel der Klostergärtnerei über den Wandel des alltäglichen Lebensumfeldes. Der einstige Umzug der Gärtnerei aus dem hinteren Bereich der Klosteranlage an ihren nun wieder aufgegebenen Standort hatte vor Jahren die modernste Gärtnerei in der Oberpfalz hervorgebracht.

Jetzt, nur ein paar Jahrzehnte später, sei der Betrieb eingestellt. Auch den "Treffpunkt Grün", ein Arbeitsmarktprojekt des diakonischen Werkhofs Amberg-Sulzbach, gebe es nicht mehr und auf dem Areal entstehe ein moderner Lebensmittel-Markt, bilanzierte der Bürgermeister anlässlich eines letzten Publikumtages in dem aufgegebenen Klosterbetrieb: "Das ist Strukturwandel, aber Strukturwandel ist immer auch eine Chance für die Zukunft." Die Klostergärtnerei werde sich aus Ensdorf verabschieden, führten Johannes Lautenschlager und Clemens Roggenhofer von dem noch jungen Verein "Idylle" in die von ihnen initiierte Veranstaltung ein.

Das sei der Grund dafür, dieses für die meisten aus dem Dorf und der Umgebung weitgehend abgeschottete Gelände noch einmal für einen Tag öffentlich zugänglich zu machen und zu einem Dialog über die Entwicklung der Gemeinde mit dem Ziel der Nachhaltigkeit einzutreten. Jetzt entsteht auf dem Areal ein Gewerbe- und Dienstleistungsgebiet am Ortsrand von Ensdorf. Als Dienstleiter erwiesen sich auch die Helfer von "Idylle", die ihre Besucher bewirteten und verköstigten.

Musik steuerte der vierköpfige Ensdorfer Bläsertreff bei. Auch das ZEN (Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit) war vor Ort, verwies mit zwei Elektroautos plakativ auf den notwendigen Strukturwandel in der Mobilität und stellte seine beiden Elektro-Pkws auch für Probefahrten zur Verfügung. Vertreten waren zudem der Naturpark Hirschwald, die Umweltstation des Klosters Ensdorf und der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Im Ort bisher einzigartig war die Ausstellung von Gegenwartskunst im großen Gewächshaus der einst modernsten Gärtnerei der Oberpfalz. Siegfried Link zeigte er eine Auswahl seiner großformatigen Werke, Sigi Stolz ausgewählte Bildhauerarbeiten aus Holz.

Der Verein "Idylle" stellte sich und seine Vorhaben vor, auf der Agenda stünden, so Clemens Roggenhofer, vor allem ein Projekt zur Gestaltung der Brückenpfeiler und -köpfe in Ensdorf sowie Dokumentation "von Geschichte und Geschichten aus dem Raum des unteren Vilstals".

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