14. Jahresausstellung Ensdorfer Künstler
Transformation der Eindrücke

Die farbstarken Bilder entfalteten im hellen Kreuzgang des Klosters ihren besonderen Charme.
Vermischtes
Ensdorf
04.07.2017
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"Kunst beginnt dort, wo die Vernunft aufhört", sagte Gerd Seidel, Sprecher der Ensdorfer Künstler, als er deren 14. Jahresausstellung eröffnete. Mit dieser Aussage regte er die Besucher der Vernissage durchaus zum Nachdenken an.

Dass Künstler also unvernünftig seien, klinge jedoch paradox, "wenn man bedenkt, dass Kunstschaffende ihre Zeit damit verbringen, Dinge zu schaffen, die durch Fotografieren doch viel einfacher herzustellen sind". Zudem stapeln sich die Werke, fristen ein einsames Dasein in einer Mappe oder Regal: "ziemlich unvernünftig, brotloses Tun". Dennoch sei dieses unvernünftige Handeln eine Aktion.

Eindrücke, die die Künstler aufnehmen, würden im Kopf verarbeitet, verwandelt und gelangen dann wieder an die Außenwelt. "Es findet sozusagen eine Wanderung von der Innen- zur Außenwelt statt". So entstehe eine Transformation der Eindrücke, subjektive Verarbeitung. Metamorphosen und Fokussierung. Ensdorfs 2. Bürgermeister Karl Roppert riet den Ausstellungsbesuchern, innezuhalten, sich Zeit zu nehmen über das Gesehene nachzudenken und sich zu fragen was den Künstler bei m Schaffen des Werkes bewegte.

Den Künstlern aber gebühre der größte Dank, "da sie uns teilhaben lassen an ihren Werken, dass sie uns diese zeigen". Kunst helfe genauer hinzusehen, die Dinge nach ihrem Wesen und ihrer besonderen Ästhetik zu erkennen und zu beurteilen, sagte Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein. Papst Franziskus habe in dem kürzlich erschienenen Film "Meine Vorstellung von der Kunst" gesagt, "dass die Kunst ein Gegenmittel zur Kurzlebigkeit unserer Zeit und materiellen Gleichgültigkeit unserer heutigen Wegwerfgesellschaft sein könne".

Dies eben, weil die Kunst die Dinge nicht nur nach ihrem Gebrauchswert sondern nach ihrem Wesen, ihrem Eigenwert und ihrem Eigensinn befrage und versuche, diesen darzustellen. Liebenstein wünschte, dass es den Werken der Ensdorfer gelinge, "uns für den Wert und die Schönheit der Dinge zu sensibilisieren". Die Künstler seien zu Gesprächen bereit und für Fragen offen, sagte Gerd Seidel und lud die Gäste zum Besuch der Ausstellung ein. Im Kreuzgang des Klosters zeigten Margot Babl, Wolfgang Fetsch, Siegfried Link, Gerd Seidel und Gastkünstlerin Karola Voggenreither ihre Arbeiten. Die Besucher ließen sich von den Akteuren deren Intentionen erläutern. Die Ausstellung kann bis Sonntag, 30. Juli, täglich von 9 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.
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