04.10.2017 - 16:50 Uhr
EnsdorfOberpfalz

19. Tag der Regionen in Ensdorf "Menschen müssen es wollen"

Unnütze Transporte, Ausbeutung von Mensch und Natur - all dies lässt sich vermeiden, wenn man regional einkauft. Beim Tag der Region im Kloster Ensdorf haben Aussteller gezeigt, dass ein solches Konsumverhalten auch Freude machen kann.

von Hubert SöllnerProfil

"Der Tag der Regionen soll vermitteln, dass es Spaß machen kann, regional, sozial und umweltbewusst zu wirtschaften beziehungsweise zu handeln, sagte Melanie Hahn, die neue Leiterin der Umweltstation des Klosters. Nachhaltig sei es, mit bewussten Kaufentscheidungen Regionalkultur zu unterstützen.

Der stellvertretende Landrat Martin Weiß, der mit Bürgermeister Markus Dollacker den Erntedankmarkt zum Tag der Regionen eröffnete, betonte, "beim Thema Regionalität sind wir alle gefordert". Veränderungen im Verhalten könne man aber nicht durch Gesetze erzwingen - "die Menschen müssen es wollen". Auch Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein hatte beim feierlichen Gottesdienst in der Klosterkapelle in seinen Predigtworten hervorgehoben, "Wichtiges Element weltweiter globaler Verantwortung ist es, die Region zu stärken, die Wirtschaftskreisläufe und auch die Wertschöpfung soweit wie möglich und sinnvoll in der Region zu halten". Dies vermeide unnütze Transporte, setze der Ausbeutung von Menschen und Natur Grenzen.

Schwerpunkt E-Mobilität

Pünktlich zur Eröffnung des Aktionstags hatte es aufgehört zu regnen. Die Ensdorfer Volksmusik spielte zünftig auf, am Nachmittag übernahm die Ensdorfer Blaskapelle das Kommando. Die Aussteller gaben im Klosterhof und im Kreuzgang ihre ganz persönlichen Visitenkarten ab, wobei in diesem Jahr die Elektromobilität einen besonderen Schwerpunkt setzte.

Das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) stellte mit seinen Messewagen und Elektroautos die Möglichkeiten des neuen Fahrens aus. Auch die Stadtwerke Amberg informierten und waren mit einem E-Auto in Ensdorf. Begehrt waren geräuschlose Probefahrten durch den Ort mit einem Tesla 90i. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, aber auch der Naturpark Hirschwald, Bund Naturschutz und das Amberger Tierheim gaben bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit. Der Freundeskreis des Klosters hatte einen Flohmarkt aufgebaut.

Mit Vorträgen im Fürstensaal wurde über "3800 Kilometer mit dem E-Auto in neun Tagen durch neun Hauptstädte Europas" berichtet und über "Barrierefreies Wohnen, altersgerechtes Umbauen" und "Rollatoren-Tipps zur richtigen Handhabung" informiert. Vielfältig war die Palette der Produkte: So wurden Blumengestecke, Schmuck aller Art, Spielsachen, Wollartikel, Gestricktes, Dekorationsartikel, Schäfereiprodukte aber auch Krippenkunst oder Haushaltsgeräte angeboten. Der Fischereiverein Schmidmühlen zeigte Kindern das Fliegenbinden, auch ein Silberschmied demonstrierte seine Kunst.

Bioqualität für Gaumen

Natürlich war auch an Gaumenfreuden gedacht: Da gab es Biogemüse, Bio-Obst, Weine, Apfelsaft und Federweißer, geräucherte Fische, Wurst, Biokäse, Liköre, Honig und Marmeladen. Für den schnellen Hunger war vorgesorgt: Die Pfadfinder waren für die Getränke zuständig, die Klosterküche für das kulinarische Angebot, Bratwürstl und Zwiebel- und Flammkuchen gab es auch, der Frauenbund betrieb im Pfarrsaal eine Cafeteria.Der Fischerverein Schmidmühlen bot Fliegenbinden für Kinder an (oben). Beim Messewagen des ZEN forderte Yvonne Busch (Zweite von rechts) auf: "Radl fahren bis Lampen leuchten" (unten). Bilder: sön (2)

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