Der Mähdrescher schafft das heute in einer Stunde
Früher 200 Stunden für die Ernte

Pflanzenbauberater Wolfgang Wittmann zeigte den Schülern, "welche Pflanzen auf den Ackerflächen in unserem Landkreis am häufigsten angebaut werden". Bild: sön
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Ensdorf
30.06.2017
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(sön) Was wächst denn hier? 29 Dritt- und Viertklässler der Grundschule Niedermurach und 29 Schüler der Klassen 4ab der Grundschule Schönsee wissen das nun genau. Sie haben Ökoerlebnistage im Kloster Ensdorf verbracht. Ein Thema war, welche Pflanzen auf den Ackerflächen im Landkreis am häufigsten angebaut werden: Das zeigt ein Tortendiagramm im Bildungshaus, entstanden nach einer Idee von Gloria Reitmaier, er Leiterin der Umweltstation des Klosters.

Pflanzenbauberater Wolfgang Wittmann vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) stellte den Schülern das Projekt der Umweltstation vor. Er betonte: "Wir brauchen die Landwirtschaft mit Acker- und Grünland zur Produktion von Nahrungsmitteln für Menschen und Tiere." Der Fachmann blickte auch zurück: Vor 100 Jahren waren 200 Stunden für die Ernte eines Getreidefeldes von einem Hektar nötig - "heute schafft das ein Mähdrescher in einer Stunde". Aber damals sei Nahrung auch "viel wertvoller als heute" gewesen. Wittmann ging auf die Verwendung der verschiedenen Pflanzen ein und hatte dazu auch Samen mitgebracht. So werde die Wintergerste als Futter, die Sommergerste zum Bierbrauen verwendet. Als Futter, für Brot aber auch fürs Bierbrauen diene Weizen, als Futter und für Biogas Silomais, zur Nahrung der Körnermais ("Popcorn" - der Zwischenruf einer Schülerin). Abschließend ging Wittmann auf die Vorbereitung und Bearbeitung des Ackerbodens ein, zeigte die Unterschiede von biologischer und konventioneller Düngung sowie von Unkrautbekämpfung mit Striegel oder chemischen Mitteln auf.

Das wächst auf unseren ÄckernDas Diagramm zeigt, welche Pflanzen im Amberg-Sulzbacher Land derzeit am häufigsten angebaut werden. So rangiert die Gerste mit 24 Prozent vor dem Weizen (17 Prozent), "der den robusteren Roggen verdrängt hat". Der Anteil der nach dem Getreide wichtigsten Kulturpflanze, Mais, liegt bei 23 Prozent. 7 Prozent der Ackerflächen werden mit Raps, "der wichtigsten heimischen Ölpflanze", bebaut. Futter wie etwa hochwertiger Klee wächst auf den restlichen 29 Prozent. Wittmann ging auch auf Aussaat und Erntezeiten ein. Er erklärte: "Ackerbau ist immer ein Kompromiss zwischen dem Ideal einer ganzjährigen Bodenbedeckung und dem, was wir ernten wollen."
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