In Ensdorf ab Sonntag letzte Bergkirchweih im Landkreis Amberg-Sulzbach
Familientreffen zum Eggenbergfest

Die Wallfahrtskirche auf dem Eggenberg bei Ensdorf: Hier beginnt am Sonntag, 17. September, die letzte Bergkirchweih des Jahres im Landkreis Amberg-Sulzbach. Bild: sön
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Ensdorf
11.09.2017
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Viele ehemalige Ensdorfer zieht es am dritten Wochenende im September zurück in ihre alte Heimat: Dort, auf dem Eggenberg, wird die letzte der beliebten Bergkirchweihen im Landkreis gefeiert. Das Eggenbergfest lockt stets viele Pilger, Wanderer und Radler an, die es häufig auch als Anlass zu einem Familientreffen nutzen.

Haupttag der Eggenberg-Woche ist Sonntag, 17. September. Festprediger beim Gottesdienst zu Ehren der Vierzehn Nothelfer um 9.30 Uhr ist Präfekt Gerhard Pöpperl aus Regensburg. Begleitet wird er vom Kirchenchor unter der Leitung von Gerhard Tschaffon und von der Don-Bosco-Blaskapelle unter Georg Bayerl.

Frühschoppen und Konzert

Im Anschluss an die Messe spielt die Don-Bosco-Blaskapelle zum Frühschoppen auf. Es gibt Getränke, Bratwürste vom Grill, Kaffee und Kuchen von der DJK und der Feuerwehr Ensdorf. Auch ein Süßigkeiten- und Spielwarenstand ist da. Um 13.30 Uhr umrahmt die Blaskapelle Ensdorf eine Andacht zu Ehren der Vierzehn Nothelfer und spielt auch danach weiter zur Unterhaltung auf.

Täglich Gottesdienst

Da auf dem Eggenberg nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen, werden die Besucher gebeten, ihre Fahrzeuge möglichst am Ortsrand von Ensdorf zu parken. Während der Festwoche werden täglich um 18 Uhr Gottesdienste in der Wallfahrtskirche gefeiert. Am Montag, 18. September, übernimmt der Katholische Frauenbund die Gestaltung.

Am Dienstag, 19. September, pilgern die Wolfsbacher auf den Eggenberg. Abmarsch ist um 16.45 Uhr bei der Magdalenen-Kirche in Wolfsbach. Eine Jugendwallfahrt vereint am Mittwoch, 20. September, DJK, Pfadfinder, Feuerwehr sowie Schüler und Jugendliche der Pfarrei. Der Gottesdienst wird vom Pfarrgemeinderat gestaltet.

Am Donnerstag, 21. September, umrahmen der Männergesangverein Ensdorf und der Sängerbund 1880 Amberg den Gottesdienst. Am Freitag, 22. September, pilgern die Thanheimer auf den Eggenberg. Abmarsch ist um 16.30 Uhr bei der Bartholomäus-Kirche in Thanheim. Die Kinderwallfahrt mit einem Gottesdienst für Familien ist für Samstag, 23. September, geplant. Anschließend gibt es eine kleine Bewirtung. Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Abzweigung Zur Schön.

Prozession zum Abschluss

Die Festwoche endet mit dem Abschlussgottesdienst am Samstag um 18 Uhr. Anschließend führt eine Prozession mit dem Allerheiligsten nach Ensdorf zur Pfarrkirche St. Jakobus.

300 Jahre Pilgerstätte

Über 300 Jahre alt ist die Tradition des Eggenbergs als Wallfahrtsort. Die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle am Rande des Hirschwalds wurde 1699 geweiht. Die Bevölkerung verehrte hier bereits im 17. Jahrhundert ein Marienbild an einem Baum.

Pater Hans Zitzelsberger berichtete in seiner Chronik von Ensdorf: "Es entstanden dann ein Marterl oder ein kleines Kapellelein, also eine ganz kleine Kapelle, vielleicht in Form eines aufgemauerten Marterls, welches das Marienbild enthielt." Mit Opfergeldern vom Marterl, Spenden und eigenen Mitteln ließ ab 1698 der Eggenberg-Bauer Johann Forster von Baumeister Martin Funk das Gotteshaus erbauen.

Als Kirchenpatrone wurden auf Anraten des Hofrichters Rümerlein die Vierzehn Nothelfer verehrt. Forster stiftete für die Inneneinrichtung ein Ölbild dieser Heiligen. Es ist noch erhalten und das Jahr über in der Kirche Hofstetten zu sehen. 1701 wurde der Altar aufgestellt, 1703 in Amberg vom Orgelbauer Johann Conrad Vogl eine Orgel gekauft.

Schlimmes geschah 1702: Der äußere Opferstock wurde "von einem heimblichen Räuber" zerschlagen. So reichlich flossen die Wallfahrerspenden, dass von 1710 an vom Opfergeld Kredite gewährt werden konnten. Als das Gotteshaus 1732 für den Pilgerstrom zu klein wurde, wurde es erweitert - um den Mittelteil der heutigen Kirche. 1793 kam der heutige Altarraum dazu, 1875 folgte eine erste Restaurierung. 1886 ließ Pfarrer Wittmann das Mesnerhaus anbauen.

Erneut innen renoviert wurde dann 1966/67, das Mauerwerk wurde in den folgenden Jahren saniert. Der Turm der Wallfahrtskirche bekam 1994 eine neue Verkupferung, im Jahr darauf wurden Dach, Dachstuhl und teilweise der Innenraum saniert. 1999 gab es eine Total-Renovierung innen, mit neuer Elektroanlage und Austausch der bis zu 300 Jahre alten Fenster. Freiwillige renovierten das Eggenberghaus neben der Kirche. (sön)
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