06.02.2018 - 20:00 Uhr
Ensdorf

Projekt "Energieschule Amberg-Sulzbach" initiiert Lehrerfortbildung beim ZEN In Norwegen fast Viertel der Autos E-Mobile

"Wir wollen die Energiebildung in Schulen voranbringen, Lehrern Hilfen anbieten und sie befähigen, Energieunterricht selbstständig zu halten." Mit diesen Worten führte Manfred Klemm, Sprecher und Leiter des Projekts "Energieschule Amberg-Sulzbach" im Fürstensaal des Klosters in die vom Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) initiierte Lehrerfortbildung ein. Für diese 2012 ins Leben gerufene Initiative seien inzwischen neun Schulen zertifiziert, sieben im Landkreis stünden derzeit neu im Projekt.

Projektleiter Manfred Klemm (links) dankte Reinhard Hampel für seinen Vortrag zur Elektromobilität.
von Hubert SöllnerProfil

"Wir wollen Schüler zu verantwortungsbewussten, kompetenten Energienutzern ausbilden, die später als mündige Bürger bei Energiefragen mitreden und gegebenenfalls mitbestimmen können", stellte Klemm die Intention der Arbeitsgemeinschaft Schule bei dem Projekt vor. "Wir dürfen nicht an Ästen sägen, auf denen wir sitzen", zitierte Reinhard Hampel bei seinem Referat zur Elektromobilität Bertholt Brecht. "Es geht um den Schadstoffausstoß, um unsere Umwelt", bot er Gegenargumenten wie Akku-Kosten und Reichweite Paroli. "Wir Deutschen sind bei der E-Mobilität hinten dran", kritisierte Hampel.

Seien in Norwegen fast ein Viertel aller Autos als Stromer auf den Straßen, sei Deutschland mit 0,7 Prozent weit abgeschlagen. "Von den von Kanzlerin Merkel versprochenen eine Million Elektroautos im Jahr 2020 in Deutschland sind wir noch sehr weit entfernt", monierte er. Elektromobilität mache auch Spaß betonte Hampel als überzeugter E-Autofahrer. Niedrigere laufende Kosten gegenüber einem Verbrenner und erheblich preiswertere Werkstattkosten seien positive Argumente.

Das Angebot an Fahrzeugen werde steigen, Lade-Infrastruktur und Akku-Reichweite wachsen und die Ladedauer werde sich bei neuen Modellen verkürzen, gab er sich überzeugt.

Zu "Energiesparen im Gebäudebereich" sprach Benjamin Standecker, Bauphysiker und -techniker sowie ZEN-Energieberater. Seit der ersten Wärmeschutzverordnung in den 70er Jahren sei demnach die Hälfte der Anforderungen nicht verschärft worden. Er kritisierte "Wir sind technisch viel weiter, haben ein wahnsinnig hohes Sanierungspotenzial - aber die Politik hinkt hinterher." Standecker zeigte Qualitätssicherung bei Gebäudesanierungen auf und verwies auf die Einsparung beim Primärenergiebedarf.

"Energieeinsparung im Haus" war Thema von Karl-Heinz Hofbauer, Projektleiter Energiespar-Check beim ZEN. Er verwies auf die möglichen Einsparungen bei Strom, Wasser und Heizung. Er ging dabei auch ins Detail - so das Ausschalten von E-Geräten gegenüber unnötiger Stand-by-Schaltung sowie den Austausch alter Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen gegen effizientere, von alten Glühbirnen gegen LED-Lampen, die Einstellung der richtigen Raumtemperatur und das Herunterregeln der Heizung beim Lüften.

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