17.04.2018 - 11:20 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Reihe "Wirtshaus und Kirche mit Pfiff" als Renner 221 hören den Pfiff

Nicht jede Messe ist so gut besucht: Die Reihe "Kirche und Wirtshaus" mit Pfiff lockte jetzt scharenweise Leute in die Ensdorfer Asamkirche. Sie freuten sich über Heimatgeschichte und den Schoppen danach.

von Hubert SöllnerProfil

"Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" - diese beliebte Veranstaltungsreihe bricht nun bereits zum Auftakt alle Rekorde. Vor der Pfarrkirche St. Jakobus in Ensdorf drängten sich die Interessenten, in der Kirche reichten die Sitzplätze nicht. Kreisheimatpfleger Dieter Dörner zählte 221 zahlende Besucher.

Erste Kirche aus Holz

Tief stieg Pfarrer Hermann Sturm in die Geschichte des Klosters und der Kirche ein, die mit der Gründung des ehemaligen Benediktinerklosters durch den Grafen Friedrich III. und dessen Schwiegersohn, Pfalzgraf Otto von Wittelsbach, im Jahre 1121 begann. Die Kirche war ursprünglich aus Holz gebaut und fiel schon bald einem Brand zum Opfer.

Im Jahr 1180, so Pfarrer Sturm, konnte Bischof Kuno von Regensburg eine neue romanische Klosterkirche einweihen. Meist herrschte in der Gegend Armut, so dass um 1400 die Weisung an das Kloster erging, keine Gäste aufzunehmen. Durch einen verheerenden Brand im Jahr 1507 und die Auflösung des Klosters in der Reformationszeit sowie die Wirren des 30-jährigen Krieges haben Kloster und Kirche sehr gelitten. Nach Rückgabe des Klosters im Jahre 1669 an die Benediktiner beschloss der erste Abt, Bonaventura Oberhuber, ein Kloster im barocken Stil nach Plänen von Wolfgang Dientzenhofer zu errichten. Mit dem Bau der heutigen Wandpfeilerkirche wurde 1694 begonnen. Erst am 8. Oktober 1717 war die Einweihung. Die Innenausstattung wurde nach und nach vollendet. Der berühmte Maler Cosmas Damian Asam hat die Deckengemälde geschaffen. Von seinem Vater, Hans Georg Asam, ebenfalls in Ensdorf tätig, stammt das große Schutzengelbild. Besonders zu erwähnen ist die kunstvoll gestaltete Sakristei.

Wieder das alte Pflaster

Heute dient die ehemalige Klosterkirche der Pfarrgemeinde Ensdorf als Pfarrkirche, das Kloster übernahmen 1920 die Salesianer Don Boscos. Mit Kosten von rund 3,1 Millionen Euro sei in den vergangenen vier Jahren die Kirche restauriert worden "und genau am 300. Jahrestag der Kirchenweihe wurde am 8. Oktober 2017 von Bischof Rudolf Voderholzer der neue Volksaltar geweiht", berichtete Pfarrer Sturm. Mit Sorgfalt und Akribie sei die Restaurierung durchgeführt worden, "und wir gehen heute wieder auf dem in Kleinarbeit restaurierten Pflaster, über das schon Cosmas Damian Asam gelaufen ist".

Nach der Kirchenführung begrüßte Verwaltungsleiter Jürgen Zach die Besucher in der Klosterschänke. Neben Getränken nach Gusto rundeten Pfälzer mit Kraut, hausgemachte Bratensülze mit Bauernbrot, Bärlauchstrudel und hausgemachter Wurstsalat den Nachmittag ab.

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