18.02.2018 - 17:50 Uhr
Ensdorf

Sechstes Bockbierfest im Kloster Ensdorf Sogar Gäste aus Indien feiern mit

Kann passieren. Sogar einer Fachfrau. Als Bierkönigin Elisabeth am Samstagabend beim Bockbierfest im Kloster Ensdorf mit fünf Schlägen das erste Fass Doppelbock ansticht, geht ihr "a kloana Sprutz" daneben. Die Gäste haben ihren Spaß dabei. Auch die, die lieber Mineralwasser trinken. Sie kommen aus Indien.

Die indischen Austauschstudenten der OTH Amberg genießen die "bayerische Gemütlichkeit" lieber mit Mineralwasser oder Limonade.
von Hubert SöllnerProfil

Natürlich waren die Inder nicht eigens zum Bockbierfest nach Ensdorf gekommen. Die 18 Austauschstudenten, die zurzeit im Programm "Indo-German-Winter-School" Gäste der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg sind, wohnen eine Woche im Bildungshaus des Klosters. Beim Bockbierfest genossen sie "bayerische Gemütlichkeit", allerdings lieber mit Mineralwasser oder Limo. Es gebe in Ensdorf zwar keine eigene Brauerei mehr, sagte Jürgen Zach, Verwaltungsleiter des Klosters. Doch die Salesianer bedienten sich einfach der alten Verbindungen zum Kloster Weltenburg. Zach sprach von "einer guten und fruchtbaren Zusammenarbeit mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt".

Die beiden Klöster hätten eines gemeinsam, fügte Braumeister Wolfram Seebauer hinzu: Cosmas Damian Asam war in beiden Institutionen zu Hause und gestaltete die Klosterkirchen. Nach ihm sei auch das Starkbier der Weltenburger Klosterbrauerei benannt.

Von Tisch zu Tisch

Die Wirtshausmusikanten "D'Stoderer und Er" - die Florians an der Gitarre und am Cajon sowie Sebastian mit der Quetschn - gingen von Tisch zu Tisch und zwischen den Gasträumen hin und her. Sie spielten und sangen zünftig und zogen mit Trinksprüchen vom Leder. Alle Plätze in den Speisesälen des Klosters waren besetzt.

18 Prozent Stammwürze

Braumeister Wolfram Seebauer gab auch Einblicke in die Besonderheit des Starkbieres und seiner Herstellungsart. Das untergärige Bier hat eine Stammwürze von 18 Prozent und einen Alkoholgehalt von 6,9 Volumenprozent (vol). Der Fachmann führte tief in die Welt des Asam-Doppelbocks und auch des Altvater-Weizenbocks (Stammwürze 16,6 Prozent, Alkoholgehalt 7,1 vol) ein.

Die Besucher durften ihr Wissen dann auch unter Beweis stellen. Bei einem Bockbier-Quiz waren fünf "bierige" Preise zu gewinnen. Darüber freuten sich Helmut Resch, Ingrid Resch, Stefan Gradl, Karl Senft und Robert Löhner. Die Zuhörer ließen sich neben den Getränken auch Deftiges aus der Klosterküche schmecken: Biergulasch vom Rind, sauere Zipfel oder Wurstsalat.

Was der Speiß-Meister wusste

"Speiß-Meister" Odilo Schreger, ein Zeitgenosse Cosmas Damian Asams, war in der Barockzeit ein Bestsellerautor und bei den Ensdorfer Benediktinern für Essen und Getränke zuständig.

Er schrieb unter anderem in seinem "Speiß-Meister": "Im Sommer, Frühling gar wenig essen tu, hüt dich im Herbst, greif im Winter wacker zu." Übers Trinken wusste er "Wann der Nacht-Trunk dir tut schaden, sind Kopf und Magen übel drauf? Morgens zu die Gurgel baden, und dich wieder voll ansauf! Das sagt die Schul Salernitan, ichs aber dir nicht raten kann."

Er warnte aber auch "Isst man Erbsen mit den Schalen, wird der Bauch mit Winden knallen." Dem braunen Bier galt Schregers Lob, denn "Bier macht starck, mehret Fleisch und Blut, den Stuhlgang auch befördern thut." (sön)

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