22.04.2018 - 20:00 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Zehntes Landkreis-Demenz-Forum in Ensdorf Demenz verändert das Leben

Die Diagnose Demenz verändert nicht nur das Leben des Patienten selbst, sondern auch das der Angehörigen. Oft ziehen sich die Betroffenen in sich zurück. Beim Landkreis-Demenzforum wurden mögliche Hilfen thematisiert.

Mit einem sogenannten Handdynamometer lässt der Leiter des Gesundheitsamts Roland Brey unter anderem die körperliche Fitness prüfen. Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

"Wir erleben eine Trendwende. Mehr und mehr kommt das Thema Demenz aus der Tabuzone heraus", betonte Regierungsdirektorin Christine Leike vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege beim zehnten Landkreis-Demenzforum im Fürstensaal des Klosters. Das Bewusstsein dafür, dass Demenz jeden betreffen könne - ganz unmittelbar oder durch die Erkrankung einer nahestehenden Person - wachse.

"Du kannst nicht immer 17 sein", sang Siegi, von Beppo auf der Gitarre begleitet. Mit ihren Liedern umrahmte sie die Vorträge. "Musik, wie sie eben dargeboten wurde, tut uns, aber besonders Dementen gut", hob Manfred Lehner, Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach, hervor. Wohltuend für Demente seien auch Düfte und Aromen, welche die Aroma- und Gesundheitspraktikerin Gertrud Schollwöck aus Regensburg in ihrem Vortrag vorstelle. Den demografischen Wandel zu gestalten, sei eine der wichtigsten Aufgaben des Landkreises in Zusammenarbeit mit Volkshochschule, Gesundheitsamt, Sega - dem Verein zur Förderung seelischer Gesundheit im Alter und der AOVE.

Mit den Worten "Eine Demenz verändert das Leben der Betroffenen auf allen Ebenen", stieg Schollwöck in ihr Thema "Aromatische Substanzen bei Demenz" ein. Körper, Geist und Seele litten gleichermaßen. Die Alltagskompetenz werde zunehmend eingeschränkt, dies wiederum führe zu Befindlichkeitsstörungen wie Angst, depressive Verstimmung und Schlafstörungen. "Im Laufe ihrer Erkrankung ziehen sich demente Menschen mehr und mehr in ihre eigene Welt zurück, die ihnen Halt und Sicherheit gibt." Ein Zugang zu dementen Menschen werde jedoch durch aromatische Substanzen wie naturreine ätherische Öle, Hydrolate, naturbelassene oder kaltgepresste Pflanzenöle möglich. Die Verknüpfung Duft, Nähe und Zuwendung schaffe vertrauen, wecke Erinnerungen, reduziere Befindlichkeitsstörungen, mildere somatische Beschwerden. "Die Substanzen führen zu Wohlbefinden und Lebensqualität in allen Phasen der Erkrankung - nicht nur Demente, auch Pflegende profitierten davon."

Demenz ist mehr als eine pflegerische und medizinische Herausforderung.Regierungsdirektorin Christine Leike vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Umgang mit Demenz

"Demenz ist mehr als eine pflegerische und medizinische Herausforderung", erklärte Regierungsdirektorin Christine Leike. Um den damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, habe die Staatsregierung die Demenzstrategie erarbeitet, die von fünf Leitzielen getragen werde. "So soll der Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit Demenz vorangetrieben werden."

Eine angemessene Betreuung, Pflege und medizinische Versorgung sollen sichergestellt und die Selbstbestimmung und Würde der Betroffenen in allen Phasen bewahrt werden.

Leike konkretisierte dies an zehn Handlungsfeldern, die sie anhand von Beispielen aufzeigte: etwa die Wanderausstellung "Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz", die Fachtage Demenz, die Verleihung des Bayerischen Demenzpreises, das Projekt "Sport und Bewegung trotz(t) Demenz", natürlich auch Fortbildung sowie die häusliche Versorgung und Entlastung pflegender Angehöriger. (sön)

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